Künstliche Intelligenz
KI-Bildmodell könnte tödliche Begegnungen zwischen Menschen und Elefanten verhindern

Ein neues KI-System könnte dazu verwendet werden, das Leben von Menschen und Elefanten zu schützen. Die Umweltorganisation RESOLVE hat kürzlich mit dem KI-Entwickler CVEDIA zusammengearbeitet, um eine KI zu entwickeln, die helfen kann, Begegnungen zwischen Elefanten und Menschen zu verhindern, die manchmal mit dem Tod einer oder beider Parteien enden.
Für Menschen, die in der Nähe von Elefanten leben, ist es nicht ungewöhnlich, von jemandem zu hören, der wegen einer Begegnung mit einem Elefanten gestorben ist oder von einem Elefanten, der von einem Menschen getötet wurde. Obwohl Menschen auf der ganzen Welt von Elefanten fasziniert sind, zerstören sie oft Felder und durchsuchen kleine Dörfer nach Nahrungsquellen. Dieses Problem hat sich in den letzten Jahren verschlimmert, da die traditionellen Nahrungsquellen der Elefanten zurückgegangen sind und sie gezwungen sind, nach alternativen Nahrungsquellen zu suchen. Die Elefantenpopulationen auf der ganzen Welt spüren den Druck der Zerstörung ihres Lebensraums und des Wildtierhandels. Der World Wildlife Fund berichtet, dass die Anzahl der asiatischen Elefanten im Laufe des letzten Jahrhunderts von 100.000 auf 35.000 bis 50.000 zurückgegangen ist. Währenddessen ist die Anzahl der afrikanischen Elefanten von 3-5 Millionen auf 470.000-690.000 zurückgegangen.
Als Reaktion auf dieses wachsende Problem haben CVEDIA und RESOLVE, wie von Mongabay berichtet, zusammengearbeitet, um einen KI-Algorithmus zu entwickeln, der Anzeichen von Elefanten und Menschen erkennen kann. Das KI-Programm heißt WildEyes, und sobald es auf einem Gerät installiert ist, benötigt es keine Internetverbindung, um gefährliche Objekte wie Elefanten, Wilderer oder Tiger zu erkennen. Die Idee ist, dass das Modell funktionsfähig genug ist, um keine weitere Schulung oder Internetverbindung zu benötigen, so dass es einfach auf eine SD-Karte gespeichert werden kann, die in eine Digitalkamera passt.
Das von CVEDIA entwickelte KI-Modell unterscheidet sich von herkömmlichen Computer-Vision-Algorithmen in einigen wichtigen Aspekten. Die Hauptweise, wie Bildklassifizierungs-Algorithmen trainiert werden, besteht darin, dass sie mit Tausenden von Bildern oder vielen Stunden von Video von den Zielobjekten gefüttert werden. Stattdessen wird der WildEyes-Algorithmus durch die Verwendung von Simulationen und 3D-Modellen der Zielobjekte trainiert. Die Auswirkung dieser alternativen Trainingsmethode ist, dass der Algorithmus besser in der Lage ist, die Zielobjekte aus verschiedenen Winkeln zu erkennen. Die Verwendung von 3D-Objekten ermöglicht es dem Modell, mehr über ein Objekt aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Posen zu lernen, sowie über Mustervariationen innerhalb einer Art. Dies hilft dem Modell, Objekte aus ungewöhnlichen Winkeln zu erkennen, was wichtig ist, da die Kameras oft hoch in Bäumen platziert werden, wo sie außer Sicht und Reichweite von zerstörerischen Tieren und gesetzeswidrigen Personen sind.
In Bezug auf Anwendungen könnten die KI-gesteuerten Kameras an Warnsysteme angeschlossen werden, die Benachrichtigungen an Farmer oder Naturschutzbehörden senden, wenn ein Elefant gesichtet wird. Organisationen wie die NGO Instituto Oikos’s East Africa entwickeln humane Elefanten-Abwehrkits, die Lärm, Licht und Chili-Pfeffer verwenden, um Elefanten davon abzuhalten, in landwirtschaftliche Felder einzudringen. Die Einrichtung dieses Systems erfordert jedoch, dass ein Farmer seine Felder nachts und in feuchten Perioden bewacht. Eine Kamera, die an ein Warnsystem angeschlossen ist, könnte es den Farmern ermöglichen, ihre Arbeit zu tun, bis ein Elefant von einer Kamera erkannt wird. Wenn die KI-Warnmethode sich als zuverlässig erweist, könnte sie die herkömmlichen Methoden zur Verfolgung von Elefanten ersetzen, die normalerweise Zäune oder Funkhalsbänder umfassen. Diese Methoden sind zeitaufwändig und teuer. Die KI-basierte Methode könnte dazu beitragen, die etwa 100 Elefanten-Todesfälle und 500 Menschen-Todesfälle zu verhindern, die jedes Jahr in Indien auftreten.
Während das Elefanten-Erkennungssystem derzeit in Südafrika und anderen Orten getestet wird, ist WildEyes auch in der Lage, andere Objekte zu erkennen. Andere gefährliche Tiere wie Schneeleoparden und Tiger wurden auch in die Trainingsdaten der KI aufgenommen. In Zukunft wird die KI auch auf diese Tiere getestet. Wenn sich der Ansatz als zuverlässig erweist, könnte die grundlegende Technologie erweitert werden, um andere Arten von Tieren, einschließlich invasiver Arten, zu identifizieren. Ebenso könnten Kameras eingerichtet werden, um Holztransporter zu erkennen oder Wilderer zu erkennen und die Behörden über ihre Ankunft zu informieren.
Eric Dinerstein, WildTech-Direktor bei RESOLVE, leitete die Entwicklung des WildEye-Systems. Laut Dinerstein ist das Ziel, 1000 WildEye-Kameras bis November für den Einsatz verfügbar zu haben.












