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Eli Lilly lizenziert den SpeechDx-Datensatz der ADDF für die Alzheimer-Forschung

Die Alzheimer’s Drug Discovery Foundation (ADDF) gab am 28. Oktober 2026 bekannt, dass Eli Lilly and Company SpeechDx lizenziert hat – einen longitudinalen Sprach- und Biomarker-Datensatz, den der Diagnostics Accelerator der Stiftung erstellt hat. Lilly will die Ressource nutzen, um zu untersuchen, ob Sprache als Instrument für die Alzheimer-Forschung dienen kann. Lilly ist die dritte Organisation, die den Datensatz lizenziert hat; zuvor hatten Siemens Healthineers und Callyope eine Lizenz erworben.
Die Stiftung bezeichnet SpeechDx als weltweit größte harmonisierte longitudinale Sammlung von Sprach- und Biomarkerdaten. Sie deckt das gesamte Spektrum der Alzheimer-Krankheit ab – von kognitiv unbeeinträchtigten Personen bis hin zu Menschen mit Alzheimer-Demenz. Laut der Stiftung könnten digitale Messwerte dieser Art zusammen mit Bluttests zusätzliche Informationen über die kognitiven Fähigkeiten und das künftige Risiko eines Patienten liefern.
Stellungnahmen von ADDF, Lilly und Gates Ventures
Die CEO der ADDF, Isobel Coleman, bezeichnete Lilly als weltweit führend bei Therapeutika und Diagnostik für Alzheimer und wertete die Entscheidung des Unternehmens, die Daten zu lizenzieren, als Anerkennung der Qualität der Ressource und der Rolle der Stiftung bei der Weiterentwicklung sprachbasierter Messverfahren. Sie sagte, KI-gestützte Instrumente seien nur so leistungsfähig wie die Daten, auf denen sie beruhten. SpeechDx solle Forschern und Industriepartnern die umfassenden Daten bereitstellen, die sie benötigen, um neue digitale Marker zu entwickeln und zu validieren.
Mark Mintun, Group Vice President für Neurowissenschaften und Forschung und Entwicklung bei Eli Lilly and Company, sagte, die Ressource verbinde sprachbasierte Messungen mit etablierten Biomarkern und unterstütze Lillys Arbeit daran, Diagnosen in jedem Krankheitsstadium genauer, leichter zugänglich und weniger invasiv zu machen. Eine frühere Erkennung der Krankheit sei wichtig, sagte er, denn leichte Symptome würden häufig mit normalem Altern verwechselt, wodurch sich Möglichkeiten für ein Eingreifen verzögerten. Mintun wies darauf hin, dass Lilly seit mehr als 35 Jahren daran arbeite, das Verständnis und die Behandlung der Alzheimer-Krankheit voranzubringen.
Niranjan Bose, Geschäftsführer für Gesundheit und Biowissenschaften bei Gates Ventures, sagte, um Sprache von einem vielversprechenden Anzeichen kognitiver Veränderungen in einen verlässlichen digitalen Messwert umzuwandeln, seien umfangreiche, gut charakterisierte Datensätze erforderlich. Die Beteiligung von Lilly rücke das Vorhaben gemeinsam mit Partnern wie Siemens Healthineers und Callyope näher an das Ziel, Sprache als glaubwürdiges, validiertes Instrument für die Alzheimer-Forschung und die Arzneimittelentwicklung zu etablieren.
Studiendesign von SpeechDx
Der Diagnostics Accelerator startete SpeechDx 2023; laut der Bekanntmachung ist es die bislang größte KI-Investition der ADDF. Das Programm wurde ins Leben gerufen, um eine von der Stiftung als kritisch bezeichnete Lücke zu schließen: Es fehlten Datensätze, die nachverfolgen, wie sich die Sprache einer Person im Laufe der Zeit verändert, und diese Veränderungen mit biomarkerbestätigten Diagnosen und klinischen Ergebnissen verknüpfen. Der Bekanntmachung zufolge begleitet die Studie über einen Zeitraum von drei Jahren mehr als 2.000 Teilnehmende und schafft eine Ressource, die die Stiftung als Goldstandard bezeichnet und zum Training und zur Validierung von KI-Modellen dienen kann. Außerdem wird Sprache als eines der frühesten Anzeichen für einen kognitiven Abbau dargestellt. Herkömmliche Mikrofone in Smartphones und Computern könnten Sprache kostengünstig aufzeichnen. Das mache sie laut der Stiftung zu einer äußerst gut skalierbaren Möglichkeit, die Gehirngesundheit zu überwachen.
Auf der Programmseite von SpeechDx beschreibt die ADDF die Studie als standortübergreifende Beobachtungsstudie, die 2.650 Teilnehmende an klinischen Standorten weltweit begleitet. Zur Kohorte gehören kognitiv gesunde Teilnehmende sowie Personen mit subjektivem kognitivem Abbau, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Alzheimer-Krankheit. Ebenfalls vertreten sind weitere Erkrankungen, darunter frontotemporale Degeneration und Parkinson-Krankheit. Zu den aufgeführten Standorten zählen die Boston University, die Emory University, die Barcelona Brain Health Initiative, das Barcelona Beta Brain Research Centre, die Bogalusa Heart Study und das Ace Alzheimer Center. Die Daten werden auf Englisch, Spanisch und Katalanisch erhoben.
Die Teilnehmenden steuern über einen Zeitraum von drei Jahren vierteljährlich Sprachdaten über die SpeechDx-App bei. Diese umfasst neun Aufgaben zur Sprachaufzeichnung, darunter Bildbeschreibungen, offene Fragen, das Wiedergeben von Geschichten und das Erzählen von Geschichten. Hinzu kommen Basisuntersuchungen mit dem Fragebogen PHQ-8, der Karolinska-Schläfrigkeitsskala und einem Aufmerksamkeitstest. Alle Teilnehmenden absolvieren neuropsychologische Tests und MRT-Aufnahmen; außerdem wird ihr Amyloidstatus anhand von Blutbiomarkern bestimmt. Bei vielen Teilnehmenden werden zusätzlich PET-Aufnahmen angefertigt und der Liquorstatus bestimmt.
Frühere Lizenznehmer und Hintergrund zum Programm
Am 30. September 2025 gab der Diagnostics Accelerator die Veröffentlichung der ersten Datentranche von SpeechDx bekannt und nannte Callyope, ein in Paris ansässiges KI-Gesundheitstechnologieunternehmen, als zweiten Lizenznehmer des Datensatzes. Callyope erklärte, die Daten nutzen zu wollen, um ein KI-Sprach-Grundlagenmodell zu stärken. Dieses könne laut der Beschreibung des Unternehmens anhand von nur 30 Sekunden Sprache Stimmungs-, kognitive, psychotische und motorische Symptome bei psychischen und neurodegenerativen Erkrankungen erkennen, darunter Alzheimer und Parkinson. Im Verzeichnis der Bekanntmachungen der ADDF ist die erste Lizenzbekanntmachung des Programms auf den 1. Mai 2025 datiert. Damals wurde Siemens Healthineers als erster Partner eine nicht exklusive Lizenz für den Datensatz erteilt.
Der Diagnostics Accelerator wurde 2018 mit den ursprünglichen Geldgebern Leonard A. Lauder, Mitbegründer der ADDF, und Bill Gates ins Leben gerufen, um neuartige Biomarker für die Alzheimer-Krankheit und verwandte Demenzerkrankungen zu entwickeln. Am 17. März 2026 gab die ADDF eine dritte Phase der Initiative bekannt, die durch zusätzliche 50 Millionen US-Dollar unterstützt wurde und das Gesamtvolumen des Programms auf 150 Millionen US-Dollar erhöhte. Diese Phase umfasst erneute Zusagen der ursprünglichen Geldgeber, die Beteiligung von Biogen, der Familie Dolby, Eli Lilly and Company und der Shanahan Family Foundation sowie neue Unterstützung durch die JTMF Foundation und die Robertson Foundation. Die Stiftung erklärt, dass der Accelerator seit seiner Gründung weltweit 100 Millionen US-Dollar in 76 Programme investiert hat und dass Fujirebio, ein vom Accelerator gefördertes Unternehmen, 2025 als erstes Unternehmen die FDA-Zulassung für einen Bluttest auf Alzheimer erhielt.
Datenverwaltung und Zugangsbedingungen
Laut der Programmseite zeichnen die Teilnehmenden ihre Sitzungen einmal pro Quartal auf Tablets auf, die für die Studie bereitgestellt werden; die Audiodaten werden verschlüsselt. Da die Aufnahmen unbeabsichtigt identifizierende Angaben enthalten können, werden die verschlüsselten Audiodaten an ein sicheres Backend übermittelt. Dort werden personenbezogene Identifikationsmerkmale manuell entfernt. So entstehen pseudonymisierte Sprachdaten, die an das AD Curation Studio übermittelt werden, das von der Alzheimer’s Disease Data Initiative betrieben wird. Die klinischen Einrichtungen steuern ihre eigenen pseudonymisierten klinischen Daten zur selben Umgebung bei. Dort werden sie den entsprechenden Sprachdaten zugeordnet und standortübergreifend harmonisiert.
Ein Ausschuss prüft jeden vorgeschlagenen Datennutzungszweck und genehmigt ihn, sofern er den ethischen und rechtlichen Anforderungen entspricht. Zugelassene Forschende arbeiten mit dem vollständigen harmonisierten Datensatz in einer kontrollierten Umgebung innerhalb des AD Curation Studio. Sie können die Daten weder herunterladen noch exportieren, und im Arbeitsbereich ist keine Software zur Audiowiedergabe zulässig. Da die Daten für sprachbasierte Analysen erhoben wurden, dürfen die klinischen Daten nicht für Analysen verwendet werden, die nicht auf Sprache basieren.
Forschende und Unternehmen können einen Antrag auf Zugang stellen, der nicht exklusiv gewährt wird. Im Gegenzug handelt die ADDF Investitionsbedingungen aus, die ihrem Modell der Venture Philanthropy entsprechen. Die ersten Daten standen SpeechDx-Partnern im ersten Quartal 2025 zur Verfügung. Weitere Daten werden in vierteljährlichen Tranchen veröffentlicht, während die longitudinale Datenerhebung fortgesetzt wird. Der Abschluss der Studie wird für das vierte Quartal 2027 erwartet.












