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Lieferketten nach Covid-19: Wie autonome Lösungen das Spiel verändern

Frühzeitige Maßnahmen der Materialhandling-Industrie, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, führten zu Grenz- und Werkschließungen auf der ganzen Welt. Während für Maschinen- und Fahrzeughersteller in Osteuropa und China die Produktion wieder in vollem Gange ist, kämpfen der Rest Europas, Nordamerikas und andere westliche Länder darum, ihre Vorkrisen-Produktionsstärke wiederzuerlangen.
Die Einschränkungen im Güterverkehr in Europa sind noch sehr spürbar und verursachen Engpässe in den Lieferketten. Die strengen Ausgangsbeschränkungen, die in den meisten europäischen Ländern zur Eindämmung der Pandemie verhängt wurden, haben und haben einen großen Einfluss auf die industrielle Produktion, da das Personal einfach nicht vor Ort ist.
Sicherheitsmaßnahmen wie das Einhalten von Mindestabständen oder das Tragen von Masken erweisen sich für viele Produktionsstätten weltweit als organisatorische Herausforderung. Um den Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, dürfen in vielen Betrieben nur die Hälfte der Belegschaft vor Ort sein, oder die Produktion wird in Schichten aufgeteilt. Dies wiederum behindert den Warenfluss. Selbst wenn Komponenten vorhanden sind, lagern sie und können aufgrund des Personalmangels oder der reduzierten Aktivität nicht integriert werden.
Nach der Krise wird die Industrie neuen Herausforderungen gegenüberstehen. Es gibt bereits Spekulationen über eine Tendenz, die sich von der Globalisierung hin zur Regionalisierung bewegt. Es ist nicht unbedingt die Beschaffung von Produktion, die von einer möglichen Regionalisierung betroffen sein könnte, sondern eher das Lagermanagement. Unabhängig von den eingeschränkten Lieferketten ist der Zugang zu Materialbeständen für jede Produktionslinie von entscheidender Bedeutung. Als Lehre aus der Covid-19-Krise könnten wir einen Übergang von großen zentralen Lagern zu kleineren regionalen Lagern sehen.
Die Automobilindustrie wurde beispielsweise stark von Lieferengpässen aufgrund der durch die Pandemie verursachten Einschränkungen getroffen. Die Automobilhersteller und ihre Zulieferer haben lange und komplexe Lieferketten mit vielen Schritten im Produktionsprozess. Nach den erlebten Engpässen könnten ihre folgenden Maßnahmen die Diversifizierung von Zulieferern sowie die Dezentralisierung von Beständen umfassen, um in Krisenzeiten agil zu bleiben.
Dies setzt die Digitalisierung des Lagermanagements voraus: Wenn vorhandene Lagerbestandsdaten rational genutzt werden, kann Transparenz in der gesamten Lieferkette leicht geschaffen werden. Dies würde bedeuten, dass alle Beteiligten vorhandene Daten nutzen können, um ihre Prozesse zu optimieren. Dazu werden intelligente Lagermanagementsysteme (WMS) und intelligente Lösungen für die Materialhandhabung benötigt, die Hand in Hand arbeiten.
Autonome Fahrzeuge (AGVs) sind in den internen Materialhandhabungsprozessen keine Neuheit, aber ihre Evolution könnte den Schlüssel zur Zukunft der Industrie halten. Seit ihrer Einführung haben sich die Technologien in autonomen Fahrzeugen rasch entwickelt und ermöglichen es, Menschen in komplexen Umgebungen zu transportieren. Die Übertragung dieses Intelligenzniveaus auf industrielle Fahrzeuge kündigt eine neue Ära der Logistikautomatisierung an: Neue AGV-Generationen, die komplexe Außenumgebungen zugänglich machen, sind ein echter Game-Changer und könnten nach der Covid-19-Krise noch attraktiver werden. Da diese Fahrzeuge zunehmend in dynamischen Umgebungen ohne Infrastruktur eingesetzt werden, haben sich diese Technologien schnell von der Fertigung auf die Unterstützung von Lagerverwaltung und Verteilung verlagert.
Die Prozessautomatisierung in den Lieferketten – Teil der sogenannten Industrie 4.0 – wird eine bedeutende Rolle spielen. Sie könnte es den Unternehmen ermöglichen, die gesamten Logistikkosten zu halten oder sogar zu reduzieren und letztendlich einen minimalen Betriebsfluss sogar in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten.
Die industrielle Lieferkette neu denken: Intelligenz ist der Schlüssel
Der autonome Schlepper TractEasy von dem autonomen Technologieführer EasyMile ist ein perfektes Beispiel für diese neue Generation. Er beherrscht die Automatisierung von Außen- und Intralogistikprozessen auf Werksgeländen, Logistikzentren und Flughäfen. Das Unternehmen demonstriert derzeit die Reife dieser autonomen Schlepper im Werk des Automobilzulieferers Peugeot Société Anonyme (PSA) in Sochaux, Frankreich. Betrieben von GEODIS nutzt PSA den Schlepper, um Möglichkeiten zu finden, die Kosten in den Flüssen auf seinem Gelände zu optimieren.
Der Einfluss der anhaltenden Krise hat die Fragilität bestehender Lieferketten offenbart. Unternehmen überdenken große und komplexe Beschaffungsnetzwerke. Letztendlich stellt die Covid-19-Pandemie die Lieferketten auf die Probe, aber globale Lieferketten sollten ohnehin auf Krisen als Teil des Risikomanagements vorbereitet sein. Die enorme Anzahl von Naturkatastrophen in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass die internationalen Lieferketten wiederholt überholt wurden. Aus dieser Perspektive ist die Covid-19-Krise ein Beispiel für Unvorhersehbarkeit, auf die sich die Lieferketten anpassen müssen, um zu entwickeln.
Was sicher ist, ist, dass die Industrie auf einen Aufwärtstrend hin zu nachhaltigeren und stabileren industriellen Ökosystemen zusteuert. Automation ist ein Konzept, das in diesen zukünftigen Überlegungen eine wichtige Rolle spielen wird, von Herstellern bis hin zu Logistikbetreibern auf der ganzen Welt.












