Ethik
Wie ein ethischer Code für Business-KI aussehen könnte

Mittlerweile kann man sicher sagen, dass künstliche Intelligenz (KI) sich in der Mainstream-Welt, insbesondere in der Geschäftswelt, etabliert hat. Von Kundenbetreuung und Marketing bis hin zu Betrugsbekämpfung und Automatisierung hat diese Technologie in den letzten Jahren dazu beigetragen, Betriebsabläufe zu straffen.
Leider bedeutet unsere Abhängigkeit von KI auch, dass sie Zugang zu großen Mengen an persönlichen Informationen hat – sei es unsere Familienhistorie, die Dinge, die wir kaufen, die Orte, die wir besuchen, oder sogar unsere Lieblingssongs. Im Wesentlichen geben wir der Technologie freien Zugang zu unserem Leben. Da KI weiterentwickelt wird (und immer mehr Daten anfordert), wirft sie viele ernsthafte Bedenken auf.
Beispielsweise wurde die walisische Polizei, als sie ihr Gesichtserkennungssystem einführte, sofort wegen Übergriffigkeit in Frage gestellt. Es gibt natürlich auch das Problem der Sicherheit und wohin all diese Daten wirklich gehen.
Daneben steht KI auch vor anderen Hürden, wie dem Misstrauen der Öffentlichkeit, das aus der Angst vor Robotern resultiert, die Menschen in Massenarbeitslosigkeit treiben könnten. Ein Beispiel hierfür ist, dass HP berichtet, dass 72 % der Amerikaner besorgt sind über eine Zukunft, in der Roboter und Computer menschliche Arbeitsplätze übernehmen können. Während dies vielleicht ein bisschen übertrieben ist, besonders da KI noch weit davon entfernt ist, wie ein Mensch zu arbeiten oder zu denken, kann man nicht leugnen, dass die rasch wachsende KI-Industrie besser kontrolliert werden muss, als sie es derzeit ist. Laut der Stanford-Professorin Emma Brunskill müssen Regulierungen erlassen werden, wenn wir wirklich wollen, dass “KI ihre menschlichen Nutzer schätzt und das Vertrauen, das wir in autonome Systeme setzen, rechtfertigt”. Dafür benötigen Unternehmen einen ethischen KI-Code.
AI-Ethik-Code
Der AI-Ethik-Code ist nicht für die KI selbst gedacht, sondern für die Menschen, die diese Technologie entwickeln und nutzen. Im letzten Jahr veröffentlichte die britische Regierung einen Bericht, der die Öffentlichkeit über den ethischen Einsatz von KI informieren soll. Insgesamt kann der Bericht in fünf Grundsätze zusammengefasst werden:
1. KI muss zum Wohl aller erstellt und genutzt werden. KI-Systeme müssen so konzipiert werden, dass sie allen helfen, nicht nur einer Fraktion. Alle beteiligten Parteien – Regierung, Unternehmen und Aktionäre zum Beispiel – müssen während der Entwicklung anwesend sein, um sicherzustellen, dass die Interessen aller ordnungsgemäß vertreten sind.
2. KI sollte nicht verwendet werden, um die Datenrechte oder den Datenschutz von Personen, Familien und Gemeinschaften zu beeinträchtigen. KI kann große Mengen an Verbraucherdaten sammeln, die gefährlich werden könnten, wenn sie in die falschen Hände geraten. Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Privatsphäre von Bürgern und Verbrauchern zu schützen.
3. KI muss innerhalb von Parametern operieren, die vom menschlichen Verstand verstanden werden können. Um die notwendigen Einschränkungen für die KI-Programmierung umzusetzen, muss die Maschine so konzipiert werden, dass sie vom Menschen verstanden werden kann. Dies ist auch notwendig, um andere Menschen über die Funktionsweise der Maschine aufzuklären.
4. Jeder hat das Recht, über die Feinheiten von KI aufgeklärt zu werden. Kenntnisse über KI sollten für jeden zugänglich sein, auch für diejenigen, die nicht zur Geschäftswelt gehören. Glücklicherweise gibt es viele Online-Ressourcen, die jedem, der lernen möchte, helfen können, von Online-Videos bis hin zu umfassenden Kursen. Diese Themen können von maschinellem Lernen und Python bis hin zu R-Programmierung und Pandas reichen – alles, was bei der Entwicklung und Implementierung von KI verwendet wird. Die Verbreitung solcher Inhalte zeigt, wie zugänglich KI-Wissen geworden ist – und das zu Recht, angesichts der Tatsache, dass es in der heutigen Gesellschaft tief verwurzelt ist.
5. Menschen müssen in der Lage sein, mental, emotional und wirtschaftlich neben KI zu gedeihen. Es besteht kein Zweifel, dass KI einen großen Einfluss auf die Beschäftigung und unsere Arbeitswelt hatte. Ob dies zum Guten oder zum Schlechten ist, ist jedoch strittig.
In einer von Quartz veröffentlichten Beschäftigungsstudie sind fast die Hälfte der bestehenden Arbeitsplätze in den nächsten zehn Jahren von einer hohen Automatisierungsgefahr bedroht. Wenn KI ethisch bleiben will, müssen Unternehmen beginnen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, um diejenigen zu ersetzen, die durch KI bedroht sind.
Neue Technologien wie KI sind oft ein Thema der Besorgnis, egal welche Vorteile sie bieten. Letztendlich reicht es nicht aus, die Bequemlichkeit der Technologie zu genießen, ohne die möglichen Folgen zu hinterfragen. Wenn alle Unternehmen diese ethischen Grundsätze umsetzen, könnte die Öffentlichkeit sie akzeptabler finden. Diese zusätzliche Unterstützung könnte dem, was Technologieunternehmen benötigen, um die Entwicklung von KI weiter voranzutreiben, den entscheidenden Impuls geben.












