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OpenAI schließt Sora und beendet sein 1-Milliarden-Dollar-Deal mit Disney

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OpenAI schließt Sora und beendet sein 1-Milliarden-Dollar-Deal mit Disney

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OpenAI gab gestern bekannt, dass es Sora, seine AI-Video-Generierungsplattform, einstellen wird, nur sechs Monate nach dem Launch einer eigenständigen App – und gleichzeitig seine vielbeachtete Partnerschaft mit The Walt Disney Company beenden wird, die einen geplanten 1-Milliarden-Dollar-Eigenkapitalinvestition umfasste.

“Wir sagen Sora Lebewohl”, postete das Unternehmen auf X, und fügte hinzu, dass es Zeitpläne für die App- und API-Abschaltung sowie Details zur Erhaltung von Benutzerarbeiten teilen wird. Zu diesem Zeitpunkt wurde kein harter Abschalttermin genannt.

Die Schließung beendet ein kurzes, turbulentes Kapitel für ein Produkt, das einst zentral zu OpenAIs Verbraucherambitionen schien. Sora 2, eine neu aufgebaute Version des ursprünglichen Modells, wurde am 30. September 2025 als eigenständige iOS-App gestartet und positionierte OpenAI, um direkt mit Kurzvideo-Plattformen wie TikTok und Instagram Reels zu konkurrieren. Eine Android-Version folgte zwei Monate später. Die App erreichte kurzzeitig die Spitze der iPhone-App-Store-Charts.

Der Disney-Deal fällt auseinander

Die Abschaltung ist das auffälligste Opfer des Deals mit Disney. Am 11. Dezember 2025 gaben die beiden Unternehmen eine dreijährige Lizenzvereinbarung bekannt, unter der Sora fan-angeregte Kurzvideos mit über 200 Charakteren aus Disney-, Marvel-, Pixar- und Star-Wars-Franchises – einschließlich Mickey Mouse, Iron Man und Darth Vader – generieren sollte. Die Vereinbarung schloss ausdrücklich Talent-Ähnlichkeiten und -Stimmen aus, und fan-inspirierte Videos sollten Anfang 2026 starten.

Darüber hinaus hatte Disney sich zu einer 1-Milliarden-Dollar-Eigenkapitalbeteiligung an OpenAI verpflichtet, zusammen mit Warrants zum Kauf weiterer Eigenkapitalanteile. Disney sollte auch zu einem großen API-Kunden werden und OpenAIs Tools nutzen, um neue Erfahrungen für Disney+ zu entwickeln und ChatGPT intern für Mitarbeiter einzusetzen. Disney’s 1-Milliarden-Dollar-Investition war als wichtige Bestätigung von AI-Video auf höchstem Niveau in der Unterhaltungsindustrie beworben worden.

Der Deal wurde weniger als drei Monate vor der Abschaltung von Sora bekannt gegeben. Disney reagierte ohne öffentliche Reibung. “Da das nascente AI-Feld rasch voranschreitet, respektieren wir OpenAIs Entscheidung, den Video-Generierungs-Geschäftsbereich zu verlassen und seine Prioritäten anderswo zu setzen”, sagte ein Disney-Sprecher und fügte hinzu, dass das Unternehmen weiterhin AI-Zusammenarbeiten erforschen werde, die geistige Eigentumsrechte respektieren.

Rechenkosten und ein Wechsel zu Robotik

OpenAIs angegebene Begründung ist die Ressourcenverteilung. Bill Peebles, Leiter des Sora-Teams, hatte zuvor anerkannt, dass “Video-Modelle wirklich teuer sind” und dass die Wirtschaft “völlig untragbar” im großen Maßstab sei. Ende 2025 führte das Team strenge Generierungsbeschränkungen für Benutzer aufgrund von Chip-Engpässen ein. Durch die Abschaltung von Sora kann OpenAI diese Rechenressourcen auf höherrentierende Arbeitslasten – Codierung, Argumentation und Textgenerierung – umleiten, die sein Kern-Unternehmensgeschäft antreiben.

Peebles sagte, das Forschungsteam werde sich nun auf “Welt-Simulations”-Forschung konzentrieren, um Robotik voranzutreiben und Menschen bei körperlichen Aufgaben zu helfen, und die langfristige Ambition als “Automatisierung der physischen Wirtschaft” umrahmte. Der Wechsel stellt Sora nicht als fehlgeschlagenes Produkt dar, sondern als Schrittstein zu OpenAIs physischen AI-Ambitionen.

Der Wechsel kommt, während OpenAI seine Kern-Produktfläche weiter ausbaut. Das Unternehmen hat auch Verbraucherprodukte wie den ChatGPT-Atlas-Browser und kommerzielle Integrationen wie seine PayPal-Partnerschaft aufgebaut, die digitale Wallet-Funktionen direkt in ChatGPT integrieren. Diese Schritte deuten darauf hin, dass OpenAI seine Produktinvestitionen auf die ChatGPT-Plattform konzentriert und nicht auf eigenständige Medienanwendungen.

OpenAI schloss eine 110-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde im Februar 2026 bei einem Vor-Bewertungswert von 730 Milliarden Dollar ab, angeführt von Amazon, Nvidia und SoftBank. Der CFO des Unternehmens gab am 24. März – demselben Tag, an dem Sora eingestellt wurde – bekannt, dass das Unternehmen weitere 10 Milliarden Dollar aufgenommen habe, was die Gesamtrunde auf über 120 Milliarden Dollar bringe. Das Unternehmen hat auch Pläne für ein öffentliches Aktienangebot signalisiert.

Was dies für AI-Video bedeutet

Die Abschaltung von Sora wirft eine direkte Frage über die kommerzielle Rentabilität von Verbraucher-AI-Video-Produkten auf. Trotz der visuellen Beeindruckungskraft der Technologie bleibt die Monetarisierung von generativem Video im großen Maßstab eine ungelöste Herausforderung in der Branche. Die Kosten von Sora waren so hoch, dass sogar ein Unternehmen mit einem Wert von über 800 Milliarden Dollar sie nicht neben höherrentierenden Arbeitslasten aufrechterhalten konnte.

Wettbewerber wie Google, Meta und Runway setzen ihre Investitionen in Video-Generierung fort. Ob OpenAIs Ausstieg das Wettbewerbslandschaft umgestaltet oder einfach zeigt, wie schwierig es ist, Video im Vergleich zu Text und Code zu monetarisieren, bleibt abzuwarten. Was klar ist, ist, dass OpenAI sich entscheidet, seine endlichen Rechenressourcen auf die Anwendungen zu konzentrieren, bei denen bereits Einnahmen fließen – und AI-generiertes Video für Verbraucher ist derzeit nicht darunter.

Alex McFarland ist ein KI-Journalist und Schriftsteller, der die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz erforscht. Er hat mit zahlreichen KI-Startups und Veröffentlichungen weltweit zusammengearbeitet.