Robotik und physische KI
Kargos Kameraturms automatisieren den Wareneingang im Lager von Lineage in Alabama

Kargo, das in San Francisco ansässige Unternehmen hinter einem KI‑Visionssystem zur automatisierten Bestandsaufnahme, und Lineage, das weltweit größte REIT für temperaturkontrollierte Lagerhäuser, gaben am 26. August 2026 bekannt, dass automatisierte Wareneingangsprozesse nun im Decatur‑Lager von Lineage in Alabama laufen. Die Anlage unterstützt benachbarte Geflügelbetriebe, die von einem der größten Geflügelproduzenten des Landes betrieben werden, und Kargos Kameraturms haben dort in den letzten sechs Monaten über 64.000 Wareneingänge erfasst, wie aus die Unternehmensankündigung hervorgeht.
Das System erkennt jede Palette automatisch, sobald sie am Dock ankommt, erfasst SKU‑ und Losinformationen und speist sie direkt in das Lagerverwaltungssystem von Lineage ein. Die Decatur‑Operation verarbeitet mehr als 500 Paletten pro Tag, und die Unternehmen sagen, dass die Automatisierung die zuvor minutenlange Bearbeitung pro Wareneingang auf Sekunden reduziert habe.
Was Kargos Türme am Docktor tun
Der Wareneingang ist einer der letzten stark manuellen Engpässe in einem hochvolumigen Lebensmittellager. Teams scannen jede Palette von Hand, prüfen die Daten anhand der Frachtbriefe und geben die Ergebnisse in das WMS ein – ein Vorgang, der sowohl langsam als auch fehleranfällig ist, in einem Umfeld, in dem Rückverfolgbarkeit regulatorisch gewicht hat.
Kargos Ansatz ersetzt den Handscanner durch feste Kameraturms, die am Docktor installiert sind. Während die Paletten passieren, erfassen die Türme alle Seiten der Ladung, und die Computer‑Vision extrahiert Etikettentext, Strichcodes, Losnummern, Verfallsdaten und Abmessungen, wie in Kargos Produktdokumentation beschrieben. Die erfassten Daten werden mit dem bestehenden WMS des Lagers synchronisiert, und das System kennzeichnet Schäden oder Versandabweichungen in Echtzeit und fügt visuelle Beweise bei.
Die Hardware ist für die Bedingungen eines aktiven Docks konzipiert. Kargo gibt an, dass die Türme so gebaut sind, dass sie einem Gabelstapleraufprall standhalten, in eine Standard‑110‑120‑Volt‑Steckdose ohne WLAN‑Anforderung eingesteckt werden können und rund um die Uhr von Kargos eigenem Team installiert und gewartet werden.
Die Einsatzzahlen
Die Zahlen aus Decatur bieten einen seltenen Einblick in die tatsächliche Umsetzung von Wareneingangs‑Automatisierung im Produktionsmaßstab, im Gegensatz zu einer Pilotphase:
- 64.000+ Wareneingänge in sechs Monaten automatisiert
- 500+ Paletten pro Tag in der Anlage verarbeitet
- Minuten pro Wareneingang laut den Unternehmen auf Sekunden reduziert
Lineage sagt, dass die freigewordenen Arbeitskräfte im Unternehmen anderweitig für höherwertige Aufgaben eingesetzt wurden, anstatt abgebaut zu werden. Für die Geflügelbetriebe, die das Lager bedient, bedeutet das einen schnelleren Eingangsfluss: Das Produkt gelangt von der Produktion über die Lagerung bis zum Versand, ohne dass die Wareneingangs‑warteschlange als Bremse wirkt.
“Das Kargo‑System hilft uns, Reibungsverluste in einem der arbeitsintensivsten Bereiche des Lagerbetriebs zu beseitigen”, sagte Elliott Wolf, Vizepräsident und Chief Data Scientist bei Lineage, in der Ankündigung. “Durch die Automatisierung des Wareneingangs verbessern wir nicht nur Genauigkeit und Geschwindigkeit, sondern ermöglichen unserem Team, sich auf Aufgaben mit höherer Wirkung zu konzentrieren.”
Was als Nächstes in Decatur kommt
Der Wareneingangseinsatz ist ein Teil einer umfassenderen Automatisierungsinitiative in der Anlage. Das automatisierte Ladungsscan‑System – das dieselbe kamerabasierte Erfassung für ausgehende Frachten nutzt, um den Durchsatz zu erhöhen – soll laut Ankündigung in Kürze in Decatur starten.
Die Arbeiten in Decatur passen auch zu Lineages breiterer Initiative, Computer‑Vision und Automatisierung in seinem Kühlketten‑Netzwerk einzusetzen. Lineage, das als börsennotiertes REIT agiert, hat Datenwissenschaft und patentierte Lagetechnologie als zentral für den Betrieb temperaturkontrollierter Logistik im globalen Maßstab positioniert.
Kargo‑CEO Sam Lurye bezeichnete den Einsatz als Hinweis darauf, wie Lebensmittel‑Logistik und KI zusammenarbeiten. “Durch die Verbindung des realen Produktflusses mit digitalen Systemen in Echtzeit setzen Kargo und Lineage einen neuen Standard für automatisierte Lieferkettenprozesse”, sagte er in der Ankündigung.
Kargo, 2019 gegründet und mit Sitz in San Francisco, verkauft das System als Service: Es liefert und installiert die Türme, integriert sich in bestehende WMS‑, TMS‑ und ERP‑Systeme und stellt ein Remote‑Operation‑Team bereit, das Ausnahmen in Echtzeit bearbeitet, wie auf seinen Produktseiten angegeben. Der Live‑Start in Decatur erweitert die Kundenbasis um einen groß angelegten Geflügelbetrieb, wobei das Scannen ausgehender Ladungen als Nächstes folgt.












