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Künstliche Intelligenz

Harvard-Neurowissenschaftler und Google DeepMind erstellen künstliches Gehirn in virtuellem Rattenmodell

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In einer beeindruckenden Zusammenarbeit haben Forscher der Harvard University mit Wissenschaftlern von Google DeepMind zusammengearbeitet, um ein künstliches Gehirn für ein virtuelles Rattenmodell zu erstellen. Veröffentlicht in Nature, eröffnet dieser innovative Durchbruch neue Möglichkeiten für das Studium der Steuerung komplexer Bewegungen durch fortschrittliche AI-SimulationsTechniken.

Aufbau des virtuellen Rattenhirns

Um das virtuelle Rattenhirn zu konstruieren, nutzten die Forscher hochauflösende Daten, die von echten Ratten aufgezeichnet wurden. Die Harvard-Forscher arbeiteten eng mit dem DeepMind-Team zusammen, um ein biomechanisch realistisches digitales Modell einer Ratte zu erstellen. Der Doktorand Diego Aldarondo arbeitete mit DeepMind-Forschern zusammen, um ein künstliches neuronales Netzwerk (ANN) zu trainieren, das als virtuelles Gehirn dient, mithilfe der leistungsstarken maschinellen Lern-Technik deep reinforcement learning.

Das neuronale Netzwerk wurde trainiert, um inverse Dynamik-Modelle zu verwenden, die angeblich von unserem Gehirn für die Steuerung von Bewegungen eingesetzt werden. Diese Modelle ermöglichen es dem Gehirn, die notwendige Traektorie zu berechnen und sie in Motorbefehle für die Erreichung einer gewünschten Bewegung umzusetzen, wie z.B. das Greifen nach einer Tasse Kaffee. Das virtuelle Ratten-Neuronale Netzwerk lernte, die erforderlichen Kräfte zu erzeugen, um ein breites Spektrum an Verhaltensweisen zu produzieren, einschließlich solcher, die nicht explizit trainiert wurden, indem es Referenz-Traektorien aus realen Ratten-Daten verwendete.

Wie Ölveczky bemerkte, “hat DeepMind eine Pipeline entwickelt, um biomechanische Agenten zu trainieren, die sich in komplexen Umgebungen bewegen. Wir hatten einfach nicht die Ressourcen, um Simulationen wie diese durchzuführen, um diese Netzwerke zu trainieren.” Die Zusammenarbeit war “fantastisch”, fügte er hinzu und betonte die entscheidende Rolle, die die DeepMind-Wissenschaftler bei dieser Durchbruch spielten.

Das Ergebnis ist ein virtuelles Gehirn, das in der Lage ist, ein biomechanisch realistisches 3D-Rattenmodell innerhalb eines fortschrittlichen Physik-Simulators zu steuern, das die Bewegungen einer echten Ratte genau nachahmt.

Mögliche Anwendungen

Das virtuelle Rattenmodell mit seinem künstlichen Gehirn präsentiert einen neuen Ansatz für das Erforschen der neuralen Schaltkreise, die für komplexe Verhaltensweisen verantwortlich sind. Durch das Studium, wie das AI-generierte Gehirn die Bewegungen des virtuellen Rattenmodells steuert, können Neurowissenschaftler wertvolle Einblicke in die komplexen Abläufe echter Gehirne gewinnen.

Dieser Durchbruch könnte auch den Weg für die Entwicklung fortschrittlicherer Roboter-Steuerungssysteme ebnen. Wie Ölveczky suggeriert, “während unser Labor an grundlegenden Fragen darüber interessiert ist, wie das Gehirn funktioniert, könnte die Plattform beispielsweise verwendet werden, um bessere Roboter-Steuerungssysteme zu entwickeln.” Durch das Verständnis, wie das virtuelle Gehirn komplexe Verhaltensweisen generiert, könnten Forscher in der Lage sein, komplexere und anpassungsfähigere Roboter zu entwickeln.

Vielleicht am aufregendsten ist, dass diese Forschung ein neues Feld der “virtuellen Neurowissenschaft” ermöglichen könnte, in dem AI-simulierte Tiere als bequeme und vollständig transparente Modelle für das Studium des Gehirns dienen, sogar in Krankheitszuständen. Diese Simulationen könnten ein unvergleichliches Fenster in die neuralen Mechanismen hinter verschiedenen neurologischen Erkrankungen bieten und möglicherweise zu neuen Behandlungsstrategien führen.

Nächster Schritt: Mehr Autonomie für das virtuelle Rattenmodell

Aufbauend auf dieser bahnbrechenden Arbeit planen die Forscher, dem virtuellen Rattenmodell mehr Autonomie zu geben, um Aufgaben zu lösen, die denen ähneln, die von echten Ratten bewältigt werden. Wie Ölveczky erklärt, “haben wir aus unseren Experimenten viele Ideen darüber, wie solche Aufgaben gelöst werden und wie die Lernalgorithmen, die der Erwerb von Fähigkeiten zugrunde liegen, implementiert werden.”

Indem dem virtuellen Rattenmodell mehr Unabhängigkeit gewährt wird, können die Wissenschaftler ihre Theorien über die Lernalgorithmen testen, die den Erwerb neuer Fähigkeiten ermöglichen. Dies könnte wertvolle Einblicke in die Art und Weise liefern, wie echte Gehirne lernen und sich an neue Herausforderungen anpassen.

Letztendlich ist das Ziel, das Verständnis davon zu vertiefen, wie echte Gehirne komplexe Verhaltensweisen generieren. “Wir möchten beginnen, die virtuellen Rattenmodelle zu verwenden, um diese Ideen zu testen und unser Verständnis davon zu vertiefen, wie echte Gehirne komplexe Verhaltensweisen generieren”, erklärt Ölveczky. Durch die kontinuierliche Verfeinerung und Erweiterung dieses innovativen Ansatzes können Neurowissenschaftler und AI-Forscher zusammenarbeiten, um die Geheimnisse des Gehirns zu entschlüsseln und intelligentere, anpassungsfähigere Systeme zu entwickeln.

Alex McFarland ist ein KI-Journalist und Schriftsteller, der die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz erforscht. Er hat mit zahlreichen KI-Startups und Veröffentlichungen weltweit zusammengearbeitet.