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Crusoe gibt Rolle als Projektentwickler für Googles KI-Rechenzentrumscampus in Texas bekannt

Crusoe gab am 28. September 2026 bekannt, dass das Unternehmen als Projektentwickler des im Bau befindlichen Rechenzentrumscampus von Google im Armstrong County außerhalb von Amarillo im US-Bundesstaat Texas fungiert. Laut Crusoe ist das Projekt darauf ausgelegt, Kapazitäten für fortschrittliche KI bereitzustellen; täglich arbeiten dort mehr als 5.500 Fachkräfte.
„Der Aufbau der KI-Zukunft erfordert eine neue Art von Infrastruktur, die bei der Energie beginnt. Crusoes Strategie besteht darin, KI-Fabriken direkt an Quellen reichlich verfügbarer, kostengünstiger Energie zu errichten – um sowohl die Nutzung bestehender Anlagen zu verbessern als auch neue Energieerzeugung anzustoßen“, sagte Chase Lochmiller, CEO und Mitgründer von Crusoe, in der Mitteilung des Unternehmens. Lochmiller bezeichnete den Campus im Armstrong County als Beispiel für diese auf Energie ausgerichtete Strategie und erklärte, das Unternehmen erschließe am Standort neue, bezahlbare saubere Energie.
Der erste Spatenstich erfolgte im Juni 2025, und die Bauarbeiten dauern der Mitteilung zufolge an. Das Projekt bringe erhebliche Investitionen und Beschäftigung in die örtliche Gemeinschaft. Laut Lochmiller baut Crusoe mit demselben hohen Tempo wie zuvor in Abilene.
Direkte Windstromanbindung und Kühlkonzept
Der Campus ist direkt an Serenas benachbarten Windpark Goodnight 1 angeschlossen, eine in Betrieb befindliche Anlage mit 265,5 MW. Hinzu kommt der ebenfalls 265,5 MW starke Windpark Goodnight 2, der sich im Bau befindet und durch Crusoes Standortentwicklung angestoßen wurde. Übersteigt die Windstromerzeugung den Bedarf des Campus, wird der Überschuss in das Netz eingespeist. Diese Regelung kommt nach Angaben von Crusoe den örtlichen Stromkunden zugute und verringert die Abregelung von Windenergie in Westtexas.
Das Projekt wird ein geschlossenes, nicht verdunstendes Flüssigkeitskühlsystem nutzen. Crusoe zufolge soll es den Wasserbedarf der Anlage deutlich begrenzen, sodass Wasser hauptsächlich für häusliche Zwecke wie Küchen benötigt wird.
Das Strommodell „Across the Meter“
In einem am selben Tag veröffentlichten Blogbeitrag erläuterte Crusoe das dem Campus zugrunde liegende Modell „Across the Meter“: KI-Rechenzentren werden direkt am Ort der Stromerzeugung angesiedelt, um Energie zu nutzen, die sonst abgeregelt würde oder ungenutzt bliebe. Dem Beitrag zufolge liegen besonders windreiche Gebiete und geeignete Standorte für Solarstrom häufig in abgelegenen Regionen mit geringer lokaler Nachfrage. Wenn die Erzeugung den örtlichen Verbrauch übersteigt, können die Strompreise dort negativ werden. Engpässe im Übertragungsnetz verschärfen diese Dynamik, weil viele Anlagen über dieselben Leitungen Strom in weit entfernte städtische Märkte schicken.
Crusoe verweist auf den Bericht „2025 State of the Market“ des unabhängigen Marktbeobachters für ERCOT, wonach 2025 rund 4,7 % der Windstromerzeugung abgeregelt wurden, sowie auf eine Schätzung der US-Energieinformationsbehörde, der zufolge bei Übertragung und Verteilung etwa 5 % des Stroms verloren gehen.
Das ursprüngliche Geschäftsmodell des Unternehmens brachte modulare Rechenzentren an abgelegene Ölförderstandorte, um Gas zu nutzen, das andernfalls abgefackelt worden wäre. Dieselbe Logik gelte nun für ungenutzte erneuerbare Energie. Beim Across-the-Meter-Konzept bezieht ein Campus zusätzlichen Strom aus dem Netz, wenn die Erzeugung vor Ort nicht ausreicht, und speist Überschüsse ein, wenn sie die Last des Campus übersteigt. Nach Angaben von Crusoe schafft eine am Erzeugungsort angesiedelte Last für Betreiber erneuerbarer Anlagen zudem einen marktwirtschaftlichen Anreiz, ältere Turbinen neu auszurüsten und zu modernisieren, da bestehende Wind- und Solaranlagen bereits über genehmigte Flächen, Netzanschlussvereinbarungen und Beziehungen zu den Gemeinden verfügen.
Investitionen in die Gemeinschaft und Portfolio in Westtexas
Zu den örtlichen Investitionen gehört der Mitteilung zufolge auch Googles Texas Energy Impact Fund, der kürzlich Unterstützung für Effizienzverbesserungen in öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern im Armstrong County ankündigte. Google stellte die ersten Empfänger des Fonds am 21. Mai 2026 vor; sie sind Teil einer Zusage über 30 Millionen US-Dollar für Widerstandsfähigkeit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung in Texas.
Googles Beitrag nennt unter den ersten Empfängern The Energy Management Alliance. Sie erhält Mittel, um die Ausbildung von Energiemanagern auf ländliche Gemeinden auszuweiten und Effizienzverbesserungen in öffentlichen Gebäuden der Countys Armstrong, Ellis, Haskell und Wilbarger zu finanzieren. Außerdem werden in diesen vier Countys vorbereitende Reparaturen zur energetischen Sanierung von Wohnhäusern durch Solar United Neighbors, das Texas Energy Poverty Research Institute und die Alliance unterstützt; im Raum Houston übernimmt dies das Houston Advanced Research Center. Zuschüsse des Texas Energy Poverty Research Institute finanzieren Innovationswettbewerbe zur Widerstandsfähigkeit, Bezahlbarkeit und Effizienz der Energieversorgung von Mehrfamilienhäusern und Elektrizitätsgenossenschaften. Solar United Neighbors wird dem Beitrag zufolge Solaranlagen, Batterien und Wärmepumpen in einkommensschwachen Haushalten sowie in gemeinschaftlichen Resilienzzentren im Ellis County einsetzen.
Crusoe erklärte, das wachsende Portfolio in Westtexas festige die Rolle der Region als entscheidenden Standort für die Zukunft der digitalen Infrastruktur der USA. Neben dem Campus im Armstrong County gehören dazu zwei weitere in Entwicklung befindliche Campus in Abilene.












