KI-Modelle und Plattformen
KI-System transformiert sich automatisch, um Zensurversuche zu umgehen
Forscher der University of Maryland (UMD) haben ein KI-gestütztes Programm entwickelt, das sich selbst transformieren kann, um Zensurversuche im Internet zu umgehen. Laut TechXplore befinden sich autoritäre Regierungen, die das Internet zensieren, und Ingenieure, die versuchen, Zensurversuche zu umgehen, in einem Wettlauf, bei dem jede Seite versucht, die andere zu überbieten. Das Umgehen von Zensurtechniken erfordert normalerweise mehr Zeit als die Entwicklung von Zensurtechniken, aber ein neues System, das von dem Team der University of Maryland entwickelt wurde, könnte es einfacher und schneller machen, auf Zensurversuche zu reagieren.
Das von den Forschern entwickelte Werkzeug heißt Geneva, was für Genetic Evasion steht. Das Werkzeug kann Zensurversuche umgehen, indem es Fehler und logische Schwachstellen in den Zensurtechniken ausnutzt, die für Menschen schwer zu finden sind.
Informationen im Internet werden in Form von Paketen übertragen. Kleine Datenmengen beginnen am Computer des Absenders, wo sie zerlegt und an den Computer des Empfängers gesendet werden. Wenn sie am Computer des Empfängers ankommen, werden die Informationen wieder zusammengesetzt. Eine gängige Methode, das Internet zu zensieren, besteht darin, die Paketdaten zu überwachen, die bei einer Internetsuche erstellt werden. Nach der Überwachung dieser Pakete kann der Zensor die Ergebnisse für bestimmte verbotene Schlüsselwörter oder Domänennamen blockieren.
Geneva funktioniert, indem es die Art und Weise ändert, wie die Paketdaten tatsächlich zerlegt und übertragen werden. Dies bedeutet, dass die Zensuralgorithmen die Suchanfragen oder Ergebnisse nicht als verbotene Inhalte klassifizieren oder nicht in der Lage sind, die Verbindung zu blockieren.
Geneva verwendet einen genetischen Algorithmus, eine Art Algorithmus, der von biologischen Prozessen inspiriert ist. Geneva verwendet kleine Codeblöcke als Bausteine anstelle von DNA-Strängen. Die Codeblöcke oder Bausteine können in bestimmte Kombinationen umgestellt werden, die Zensurversuche umgehen können. Genevas Codeblöcke werden über mehrere Generationen umgestellt, wobei eine Strategie verwendet wird, die die Anweisungen kombiniert, die am besten die Zensur in der vorherigen Generation umgingen, um eine neue Reihe von Anweisungen/Strategien zu erstellen. Dieser evolutive Prozess ermöglicht es, komplexe Umgehungsstrategien relativ schnell zu erstellen. Geneva kann im Hintergrund des Browsers laufen, während der Benutzer im Internet surfen.
Dave Levin, Assistant Professor für Informatik an der UMD, erklärte, dass Geneva die Anti-Zensur-Bemühungen zum ersten Mal in eine eindeutige Überlegenheit bringt. Levin erklärte auch, dass die Methode, die die Forscher verwendet haben, um ihr Werkzeug zu erstellen, die traditionellen Zensur-Umgehungsstrategien auf den Kopf stellt. Traditionelle Methoden, um Zensurstrategien zu besiegen, bestehen darin, zu verstehen, wie eine Zensurstrategie funktioniert, und dann Methoden zu entwickeln, um sie zu besiegen. Im Falle von Geneva jedoch ermittelt das Programm, wie es die Zensur umgehen kann, und dann analysieren die Forscher, welche Zensurstrategien verwendet werden.
Um die Leistung ihres Werkzeugs zu testen, testete das Forschungsteam Geneva auf einem in China befindlichen Computer mit einem unmodifizierten Google-Chrome-Browser. Als das Forschungsteam die Strategien verwendete, die Geneva identifiziert hatte, konnten sie nach Schlüsselwort-Ergebnissen suchen, ohne dass die Zensur eingriff. Das Werkzeug erwies sich auch in Indien und Kasachstan als nützlich, die bestimmte URLs blockieren.
Das Forschungsteam plant, den Code und die Daten, die zur Erstellung des Modells verwendet wurden, bald zu veröffentlichen, in der Hoffnung, dass dies den Menschen in autoritären Ländern einen besseren und offeneren Zugang zu Informationen ermöglicht. Das Forschungsteam experimentiert auch mit einer Methode, das Werkzeug auf dem Gerät zu deployen, das den blockierten Inhalt bereitstellt, anstelle des Clients-Computers (des Computers, der die Suche ausführt). Wenn dies erfolgreich ist, würde dies bedeuten, dass Menschen auf blockierten Inhalt zugreifen können, ohne das Werkzeug auf ihren Computern installieren zu müssen.
“Wenn Geneva auf der Server-Seite deployt werden kann und genauso gut funktioniert wie auf der Client-Seite, könnte es möglicherweise die Kommunikation für Millionen von Menschen öffnen”, sagte Levin. “Das ist eine erstaunliche Möglichkeit, und es ist eine Richtung, die wir verfolgen.”












