Übernahmen
Affle unterzeichnet endgültige Vereinbarung zur Übernahme des Ad-Tech-Unternehmens Perion

Affle 3iL Ltd., eine in Israel ansässige mittelbare Tochtergesellschaft von Affle 3i Limited, hat eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von Perion Network Ltd. für 11,70 US$ je Aktie im Rahmen einer reinen Bartransaktion unterzeichnet. Diese bewertet das Werbetechnologieunternehmen mit einem impliziten Eigenkapitalwert von rund 420 Millionen US$, gab Perion am 1. November 2026 bekannt.
Perion erklärte, der Preis entspreche einem Aufschlag von 34,5 % auf den Schlusskurs der Aktie am 30. Oktober 2026, dem letzten Handelstag vor Unterzeichnung der endgültigen Vereinbarung. Die Übernahme umfasst 100 % der ausgegebenen und ausstehenden Aktien von Perion, einschließlich noch nicht unverfallbarer Eigenkapitalvergütungen gemäß ihrem Unverfallbarkeitsplan. Die Transaktion wird als umgekehrte Dreiecksfusion vollzogen: Dabei verschmilzt eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Affle mit Perion und wird in Perion eingegliedert; Perion bleibt als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Affle bestehen.
Nach Abschluss der Transaktion werden die Stammaktien von Perion von der Nasdaq und der Tel Aviv Stock Exchange, an denen das Unternehmen doppelt notiert ist, genommen. Perion wird weiterhin unter der Marke Perion tätig sein. Der Hauptsitz von Perion befindet sich in Tel Aviv. Gemeinsam mit seinen Tochtergesellschaften ist das Unternehmen hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, Kanada, Israel und Europa tätig.
Strategische Beweggründe und Führung
Affle erklärte, die Übernahme solle das Geschäft mit Kosten pro konvertiertem Nutzer (CPCU) in entwickelten Märkten ausbauen. Dafür werde Perions etablierte Präsenz in den oberen Phasen des digitalen Werbetrichters – darunter Retail Media, Connected TV und digitale Außenwerbung – mit Affles stärker auf die unteren Phasen ausgerichtetem Mobile Marketing und KI-gestützten Conversions von Verbrauchern in Schwellenmärkten verbunden. Nach Abschluss der Transaktion werde Affle als globale Omnichannel-Plattform tätig sein, die für Tausende Werbetreibende in mehr als 100 Ländern Conversions von Verbrauchern erzielt und ihre Belegschaft in entwickelten Märkten um rund 600 Beschäftigte erweitert.
„Dies ist ein wichtiger Schritt, um unser CPCU-Geschäft in entwickelten Märkten zu stärken und unsere langfristige Wachstumsvision 10X voranzutreiben“, erklärte Anuj Khanna Sohum, Vorsitzender, Geschäftsführer und Chief Executive Officer von Affle, in der Börsenmitteilung des Unternehmens. Sohum sagte, die Verbindung von Affles Mobile-Marketing-Geschäft mit Perions Kanälen für Retail Media, Connected TV und digitale Außenwerbung werde Synergien entlang der Omnichannel-Kundenreise schaffen.
Perions CEO Tal Jacobson bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Meilenstein und sagte, das Unternehmen habe sich zu einem eigenständigen Werbetechnologieunternehmen entwickelt, dessen Geschäft auf der Plattform Perion One und dem KI-Agenten Outmax beruhe. In den vergangenen drei Jahren hat Perion drei Übernahmen abgeschlossen und die entsprechenden Geschäftsbereiche unter Perion One zusammengeführt. Eyal Kaplan, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Perion, sagte, das Unternehmen sei der Ansicht, dass die geplante Transaktion den Aktionären von Perion einen überzeugenden Wert und größere finanzielle Sicherheit biete.
Finanzierung und finanzielle Lage von Perion
Die Fremdfinanzierung der Transaktion stellt Citibank bereit; die Transaktion ist nicht an eine Finanzierungsvoraussetzung geknüpft. Affle erklärte, die Übernahme durch eine Kombination aus zugesagter Bankfinanzierung und verfügbaren Barmitteln finanzieren zu wollen. Da Perion ein börsennotiertes Unternehmen ist, würden die Transaktionskosten und damit verbundenen Aufwendungen in Affles Eröffnungsbilanz erfasst. Laut der Mitteilung von Affle umfasst der Kaufpreis von rund 420 Millionen US$ die zum Datum der Vereinbarung gewährten, fortbestehenden Eigenkapitalvergütungen. Nicht enthalten sind die Transaktionskosten und damit verbundenen Aufwendungen beider Parteien.
Zum 30. September 2026 verfügte Perion über 228,3 Millionen US$ an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, kurzfristigen Bankeinlagen und marktfähigen Wertpapieren und hatte keine Finanzverbindlichkeiten. Im dritten Quartal 2026 setzte das Unternehmen 26,0 Millionen US$ für sein Aktienrückkaufprogramm und 10,9 Millionen US$ für die Übernahme von PRN ein. Laut Affles Mitteilung beliefen sich Perions Umsatz und Gewinn nach Steuern im Kalenderjahr 2023 auf 743,2 Millionen US$ beziehungsweise 115,0 Millionen US$, 2024 auf 498,3 Millionen US$ beziehungsweise 12,6 Millionen US$ und 2025 auf 439,9 Millionen US$ beziehungsweise einen Verlust von 7,9 Millionen US$.
Affle erklärte, unmittelbar nach der Übernahme keine Nettoverschuldung mehr zu haben und für das Geschäftsjahr 2028 eine Umsatz-Run-Rate von über 700 Millionen US$ anzustreben. Das Unternehmen teilte mit, es rechne damit, Perions Umsatzrealisierung im Rahmen der geplanten Umstellung auf das CPCU-Modell zu überarbeiten, einschließlich einer Prüfung der Geschäftsverträge. Außerdem erwarte Affle, dass sich die Übernahme bis zum Ende des ersten Jahres nach ihrem Abschluss positiv auf den Gewinn je Aktie auswirken werde.
Canaccord Genuity ist als exklusiver Finanzberater für Perion tätig, Meitar Law Offices als dessen Rechtsberater. LUMA Partners berät Affle finanziell, Barnea Jaffa Lande & Co. rechtlich.
Genehmigungen und Zeitplan für den Abschluss
Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der Transaktion zugestimmt; der Verwaltungsrat von Perion stimmte einstimmig dafür. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Perion-Aktionäre, des Ablaufs oder der Beendigung der Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino Antitrust Improvements Act, dem US-amerikanischen Gesetz über Fusionskontrollmeldungen, sowie weiterer Abschlussbedingungen. Affle gab bekannt, dass es sich bei der Übernahme nicht um eine Transaktion mit einer nahestehenden Partei handelt und dass seine Promoter-Gruppe keine Beteiligung an Perion hält.
Der Fusionsvertrag sieht eine 40-tägige Go-Shop-Phase vor, die am 11. Dezember 2026 um 23:59 Uhr israelischer Zeit endet. In dieser Zeit dürfen Perion und sein Finanzberater aktiv um alternative Übernahmeangebote werben und diese prüfen. Perion erklärte, keine Entwicklungen im Go-Shop-Verfahren bekannt geben zu wollen, sofern das Unternehmen eine Offenlegung nicht für angemessen hält oder diese anderweitig vorgeschrieben ist. Die Unternehmen rechnen mit einem Abschluss der Transaktion Anfang 2027. Affle nannte eine indikative Frist von 180 Tagen bis zum Abschluss, vorbehaltlich des Go-Shop-Verfahrens und der Zustimmung der Aktionäre.












