Ethik

Die Türkei revolutioniert den Verteidigungssektor weiter mit künstlicher Intelligenz

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Der türkische Verteidigungssektor nimmt künstliche Intelligenz (KI) mit verschiedenen neuen Entwicklungen weiter an. Mehrere staatliche Nachrichtenagenturen haben über KI-Strategien berichtet, darunter die Turkish Aerospace Industries (TAI) und ihre Fokussierung auf KI in allen ihren Plattformen. TAI ist der führende Entwickler von Luftfahrzeugen in der Türkei.

Laut einem Bericht von 2018 sehen die türkischen politisch-militärischen Entscheidungsträger und die Elite der Verteidigungsindustrie die Drohnen und den robotischen Krieg als mehr als nur eine militärische Modernisierung. Sie sehen darin eine Chance, den nächsten geopolitischen Durchbruch zu ermöglichen.

Der Bericht geht weiter und sagt, dass diese “technisch-wissenschaftliche Revolution und das nächste militärische Paradigma” nicht nur auf ferngesteuerte unbemannte Systeme beschränkt sind, sondern dass der Schwerpunkt für zukünftige Kriege auf künstlicher Intelligenz, Autonomie und fortgeschrittener robotischer Kriegsführung liegen wird.

TAI entwickelt derzeit autonome Systeme, Bildverarbeitungssysteme, Entscheidungsunterstützungssysteme und Infrastruktur für Big-Data-Analytics und wurde zum ersten großen Verteidigungsunternehmen in der Türkei, das eine separate KI-Forschungseinheit eingerichtet hat. Der Entwickler arbeitet mit verschiedenen akademischen Institutionen zusammen und hat derzeit vier laufende KI-Projekte.

Güven Orkun Tanik ist der Generalmanager für KI und maschinelles Lernen bei TAI.

“Die Beispiele für KI-Systeme werden in naher Zukunft häufiger werden”, sagte er bezüglich der jüngsten Übungen der US-Regierung, bei denen ein menschlicher Pilot gegen KI antrat. “Diese Technologie, die menschliche Fähigkeiten unterstützt, bietet Möglichkeiten in jedem Bereich der Luftfahrt und der Verteidigungsindustrie, von der Produktion bis hin zu Plattformen.”

Laut Tanik arbeitet die Türkei an ähnlichen Systemen.

“Diese Systeme umfassen Technologien, die verschiedene Einsatzbereiche haben, von der Aufgabenplanung und der Pilotenausbildung in Flugsimulatoren bis hin zur Automatisierung einiger Plattformen für Einsätze und Aufgaben”, sagte er. “Diese werden den Weg für autonome Kampfjets ebnen.”

Autonome Gesichtserkennung “Kamikaze”-Drohnen

Im Juni berichtete eine der türkischen Nachrichtenagenturen, Adolu, dass die Militär 500 autonome “Kamikaze”-Drohnen erhalten würde. Es war das erste Mal, dass der türkische Verteidigungsunternehmer STM diese Technologie enthüllte.

Es gibt verschiedene Modelle der Drohnen, darunter Togan, Alpagu und Kargu.

Das Kargu-Modell ist mit fortschrittlichen maschinellen Sehfähigkeiten und biometrischer Gesichtserkennung ausgestattet und kann als einzelne Plattform oder in einem Schwarm von bis zu 20 Einheiten eingesetzt werden. Laut STM zu diesem Zeitpunkt könnten die Drohnen und ihre vollständigen Schwarmfähigkeiten von den türkischen Streitkräften innerhalb von 12 bis 18 Monaten genutzt werden. Der Verteidigungsunternehmer hofft auch, das Kargu mit gepanzerten Landfahrzeugen und autonomen Land_systemen zu paaren.

Es gibt laufende Gespräche mit türkischen Verbündeten über den Export dieser Technologie.

Die Kargu-Drohnen sind bereits an der syrischen Grenze für militärische Operationen eingesetzt worden und haben gezeigt, dass sie eine ganze Brigade oder ein Kriegsschiff zerstören können. Mit Gesichtserkennung können sie auch menschliche Ziele auswählen.

Ein Bericht von PAX aus dem Jahr 2019 warnte vor den negativen Auswirkungen von KI-gesteuerten militärischen Waffen und Verteidigungsunternehmen.

“Diese Unternehmen befinden sich auf einer slipperigen Straße zu einem umfassenden KI-Wettrüsten”, lautet der Bericht von Frank Slijper, der 50 Rüstungsproduzenten befragt hat. “Öffentlich behaupten Rüstungsunternehmen, sie würden niemals Waffen entwickeln, die ohne menschliche Kontrolle tödliche Aktionen ausführen können, aber sie entwickeln genau diese Technologie ohne Sicherheitsvorkehrungen, die eine menschliche Kontrolle erfordern.”

Türkei-Ungarn-Beziehungen

Die Türkei und Ungarn haben kürzlich eine gemeinsame türkisch-ungarische Konferenz zu künstlicher Intelligenz (KI) und Hochtechnologie abgehalten, was für viele angesichts der autoritären Verhaltensweisen beider Länder besorgniserregend ist.

Die Konferenz zeigte eine Arbeitsbeziehung zwischen den beiden Ländern im Bereich der künstlichen Intelligenz, wie z.B. bei der gemeinsamen Produktion von Daten und Projekten.

Laut dem türkischen Minister für Industrie und Technologie, Mustafa Varank, “können unsere Forschungseinrichtungen gegenseitige Projektvorschläge machen, um die Arbeit an künstlicher Intelligenz zu fördern. Wir haben ein großes Potenzial für Zusammenarbeit bei EU-Projekten.”

Varank sprach auch darüber, wie die beiden Länder viel Wissen und menschliche Ressourcen teilen könnten, sowie über die neue KI-Strategie, die das Land vorstellen wird. Diese Strategie wird sich auf wissenschaftliche Forschung, Fähigkeitsentwicklung, Ethik und digitale Infrastruktur konzentrieren, so der Minister.

Der wissenschaftlich-technische Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK), der führende wissenschaftliche Körper des Landes, hat in den letzten 10 Jahren etwa 2.000 KI-Projekte im Bereich des Deep Learning, maschinellen Lernens, Entscheidungsunterstützungssysteme und E-Commerce gefördert.

Die neuen Details, die aus der Türkei über KI im Verteidigungssektor bekannt werden, setzen einen Trend fort, der weltweit zu beobachten ist. Mit zunehmend mehr Nationen, die solche Programme vorantreiben, erlebt die Welt derzeit einen großen Wettlauf im Bereich der Rüstung, der nicht die erforderliche Aufmerksamkeit erhält und wahrscheinlich größere Konsequenzen haben wird als alle vorherigen Aufrüstungen.

Alex McFarland ist ein KI-Journalist und Schriftsteller, der die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz erforscht. Er hat mit zahlreichen KI-Startups und Veröffentlichungen weltweit zusammengearbeitet.