Ethik

Risikofördernde Roboter überlagern direkte Erfahrungen und Instinkte in einer neuen Studie

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Neue Forschungsergebnisse aus der University of Southampton zeigen, wie Roboter Menschen dazu bringen können, größere Risiken einzugehen, im Vergleich zu Situationen, in denen nichts ihr Verhalten beeinflusst. Die Experimente, die in einem simulierten Glücksspielszenario durchgeführt wurden, helfen Experten, das Risikoverhalten und die Robotik sowohl ethisch als auch praktisch besser zu verstehen.

Die Forschung wurde von Dr. Yaniv Hanoch, Associate Professor für Risikomanagement an der University of Southampton, geleitet. Sie wurde im Journal Cybersecurity, Behavior, and Social Networking veröffentlicht.

„Wir wissen, dass Peer-Pressure zu höherem Risikoverhalten führen kann“, sagte Dr. Hanoch. „Mit der immer größeren Skala der Interaktion zwischen Menschen und Technologie, sowohl online als auch physisch, ist es entscheidend, dass wir mehr über die Frage verstehen, ob Maschinen einen ähnlichen Einfluss haben können.“

Das Experiment

Die Studie umfasste 180 Studenten im ersten Studienjahr, die den Balloon Analogue Risk Task (BART) durchführten, der eine Computerbewertung erfordert, bei der der Benutzer einen Ballon auf dem Bildschirm durch Drücken der Leertaste auf der Tastatur aufbläst. Der Ballon bläst sich bei jedem Druck ein wenig auf, und die Spieler erhalten jedes Mal einen Penny in ihrem „vorübergehenden Geldbeutel“. Die Ballons können jederzeit platzen, was dazu führt, dass der Spieler alle Gelder verliert, aber sie haben die Option, vor dem weiteren Aufblasen des Ballons „einzukassieren“.

Ein Drittel der Teilnehmer, die die Kontrollgruppe bildeten, führten den Test alleine in ihren Zimmern durch. Ein weiteres Drittel führte den Test durch, während ein Roboter, der nur Anweisungen gab und ansonsten vollkommen still war, anwesend war. Die letzte Gruppe, die experimentelle Gruppe, führte den Test durch, während ein Roboter, der sowohl Anweisungen gab als auch ermutigende Aussagen wie „Warum hast du aufgehört, zu pumpen“, anwesend war.

Die dritte Gruppe, die von dem Roboter ermutigt wurde, zeigte riskantes Verhalten mehr als die anderen Gruppen und ließ die Ballons mehr platzen. Gleichzeitig verdienten sie mehr Geld im Vergleich zu den anderen Gruppen. Was die Gruppen anbelangt, die von einem stillen Roboter begleitet wurden und ohne jeden Roboter, gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden.

„Wir sahen, dass die Teilnehmer in der Kontrollbedingung ihr Risikoverhalten nach einem Ballonplatzen zurücknahmen, während diejenigen in der experimentellen Bedingung weiterhin das gleiche Risiko eingingen wie zuvor“, sagte Dr. Hanoch. „Also scheint es, dass direkte Ermutigung durch einen risikofördernden Roboter die direkten Erfahrungen und Instinkte der Teilnehmer überlagert.“

Die Forscher werden weitere Studien durchführen, um die Interaktion zwischen Menschen und anderen künstlichen Intelligenzsystemen, einschließlich digitaler Assistenten, besser zu verstehen.

„Mit der weiten Verbreitung von künstlicher Intelligenz und ihrer Interaktion mit Menschen ist dies ein Bereich, der dringend die Aufmerksamkeit der Forschungsgemeinschaft benötigt“, fuhr Dr. Hanoch fort.

„Einerseits könnten unsere Ergebnisse Alarmzeichen über das Potenzial von Robotern setzen, die durch die Erhöhung des riskanten Verhaltens Schaden anrichten. Andererseits weisen unsere Daten auf die Möglichkeit hin, Roboter und künstliche Intelligenz in präventiven Programmen wie Anti-Raucher-Kampagnen in Schulen und bei schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen wie Süchtigen zu verwenden.“

Alex McFarland ist ein KI-Journalist und Schriftsteller, der die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz erforscht. Er hat mit zahlreichen KI-Startups und Veröffentlichungen weltweit zusammengearbeitet.