Robotik und physische KI

Revolutionierung der Unterwassererkundung: Brown Universitys Pleobot entschlüsselt Ozeangeheimnisse

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Stellen Sie sich ein komplexes Netzwerk vernetzter, selbstgesteuerter Roboter vor. Sie arbeiten im Einklang, wie ein feines aquatisches Ballett, und navigieren durch die dunklen Tiefen des Ozeans, führen detaillierte wissenschaftliche Untersuchungen und hochriskante Such- und Rettungsmissionen durch. Diese futuristische Vision rückt dank der Forscher an der Brown University, die die Entwicklung einer neuen Art von Unterwasser-Navigationsrobotern vorantreiben, immer näher an die Realität heran. Eine solche Roboterplattform, genannt Pleobot, ist der Star ihrer kürzlich in Scientific Reports veröffentlichten Studie.

Krill, diese winzigen Krebse, die einen entscheidenden Teil der marinen Ökosysteme ausmachen, sind außergewöhnliche Schwimmer mit herausragenden Fähigkeiten in Manövrierbarkeit, Beschleunigung und Wendigkeit. Ihre bemerkenswerten athletischen Fähigkeiten haben die Forscher an der Brown University inspiriert, Pleobot zu entwickeln – eine Roboterplattform, die aus drei gegliederten Abschnitten besteht und den metachronalen Schwimmstil nachahmt, der für Krill charakteristisch ist.

“Pleobot ermöglicht es uns, alle Aspekte des krillähnlichen Schwimmens mit unvergleichlicher Auflösung und Kontrolle zu untersuchen, was es ihm ermöglicht, sich unter Wasser hervorragend zu manövrieren”, sagt Sara Oliveira Santos, eine Doktorandin an der School of Engineering der Brown University und Erstautorin der Studie.

Das Forschungsteam beabsichtigt, Pleobot als umfassendes Werkzeug zu verwenden, um das krillähnliche Schwimmen zu verstehen und das Potenzial von 100 Millionen Jahren Evolution zu nutzen, um bessere Roboter für die Ozeannavigation zu entwickeln.

Mechanik von Pleobot: Nachahmung der Wunder des Krill-Schwimmens

Das Pleobot-Projekt ist eine internationale Zusammenarbeit zwischen der Brown University und der Universidad Nacional Autónoma de México. Gemeinsam entschlüsseln sie die Geheimnisse, wie Krill, auch metachronale Schwimmer genannt, komplexe marine Umgebungen navigieren und kolossale vertikale Migrationen von über 1.000 Metern zweimal täglich durchführen – was dem Stapeln von drei Empire State Buildings entspricht.

“Wir haben Momentaufnahmen der Mechanismen, die sie verwenden, um effizient zu schwimmen, aber wir haben keine umfassenden Daten”, erklärt Nils Tack, ein Postdoktorand im Wilhelmus-Labor an der Brown University.

Das Team hat Pleobot entwickelt und programmiert, um die Bewegungen der Krill-Beine genau nachzuahmen und die Form der Anhängsel zu ändern, was ein neues, tieferes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Fluid und Struktur auf der Ebene der Anhängsel ermöglicht.

Pionierarbeit für die Zukunft autonomer Unterwasserfahrzeuge

Laut den Forschern ermöglicht die metachronale Schwimmtechnik es Krill, sich bemerkenswert gut zu manövrieren, indem sie ihre Schwimmbeine in einer wellenförmigen Bewegung sequenziell einsetzen. Diese Eigenschaft ist etwas, das sie in zukünftige einsetzbare Schwarm-Systeme integrieren könnten. Monica Martinez Wilhelmus, Assistant Professor of Engineering an der Brown University, betont: “Wenn wir die Wechselwirkungen zwischen Fluid und Struktur auf der Ebene der Anhängsel verstehen, können wir fundierte Entscheidungen über zukünftige Designs treffen.

Diese zukünftigen Roboter-Schwärme könnten die Ozeane der Erde kartieren, umfangreiche Such- und Rettungsmissionen durchführen oder sogar die Ozeane von Monden in unserem Sonnensystem, wie Europa, erkunden. Wilhelmus fügt hinzu: “Krill-Ansammlungen sind ein hervorragendes Beispiel für Schwärme in der Natur… Diese Studie ist der Ausgangspunkt unseres langfristigen Forschungsziels, die nächste Generation autonomer Unterwasser-Sensoren zu entwickeln.”

Die Bedeutung des Pleobot-Designs

Der Bau von Pleobot erfordert ein multidisziplinäres Team, das sich auf Strömungsmechanik, Biologie und Mechatronik spezialisiert hat. Die Komponenten bestehen hauptsächlich aus 3D-druckbaren Teilen, und das Design ist Open-Source. Die Forscher haben die Öffnungs- und Schließbewegung der biramen Flossen von Krill nachgeahmt, was für eine solche Plattform ein Novum darstellt. Das Modell ist im zehnfachen Maßstab im Vergleich zu Krill konstruiert, die normalerweise etwa so groß wie eine Büroklammer sind, was eine genauere Beobachtung und Analyse ermöglicht.

“In der veröffentlichten Studie enthüllen wir die Antwort auf eines der vielen unbekannten Mechanismen des Krill-Schwimmens: wie sie Lift erzeugen, um nicht zu sinken, während sie vorwärts schwimmen”, sagt Oliveira Santos. “Wir konnten diesen Mechanismus mithilfe des Roboters aufdecken”, fügt Yunxing Su, ein Postdoktorand im Labor, hinzu. Sie entdeckten, dass eine Region mit niedrigem Druck auf der Rückseite der Schwimmbeine zur Verstärkung der Liftkraft während des Kraftstosses der beweglichen Beine beiträgt, eine entscheidende Entdeckung für das Verständnis und die Nachahmung des effizienten Schwimmens von Krill.

Die Pionierarbeit der Brown-University-Gruppe mit Pleobot markiert einen bedeutenden Schritt vorwärts im Streben nach der Entwicklung der nächsten Generation autonomer Unterwasser-Sensoren. Die Möglichkeiten scheinen so umfassend wie die Ozeane, die diese Roboter erkunden sollen.

Alex leitet die KI‑gestützten Nachrichtenoperationen von Unite.AI und verbindet Journalismus, Forschung und Automatisierung, um eine zeitnahe und skalierbare Berichterstattung über Künstliche Intelligenz zu ermöglichen. Seine Arbeit sorgt dafür, dass aufkommende KI‑Entwicklungen effizient aufgezeigt werden, während die redaktionellen Standards der Publikation eingehalten werden.