KI-Modelle und Plattformen

Wie NASA, Copernicus und Microsoft Zerstörung nach den Erdbeben in Venezuela kartierten

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Wenn die Erde bebt, beginnt die Uhr zu ticken. Für Ersthelfer in städtischen Umgebungen nach einem Erdbeben sind die ersten Minuten und Stunden entscheidend, um Überlebende zu finden und Schäden zu bewerten.

Nach einem Paar 7,2 und 7,5 Magnituden Erdbeben, die am 24. Juni den Norden Venezuelas trafen, sprang die Notfalltechnologie hoch über der Erde in Aktion, bevor der Staub sich gelegt hatte, um den Beamten auf dem Boden die Informationen zu liefern, die sie benötigten, um Leben zu retten. Eine geospatialen Datenkoordination, die unter dem Ökosystem der Vereinten Nationen konsolidiert wurde und an der NASA, das europäische Copernicus-Programm und Microsofts AI for Good Lab beteiligt waren, setzte ein digitales Triage-System auf die Probe, um kritische Entscheidungen der Rettungsteams unter extremen Bedingungen zu optimieren.

Radar im Staub: Copernicus’ Reaktion

An der nördlichen Küste Venezuelas verursachten Staubwolken über La Guaira und Teile von Caracas, verursacht durch eingestürzte Gebäude, dass normale Satellitenbilder fast nutzlos wurden.

Als Reaktion darauf aktivierte die Europäische Union sofort ihren Copernicus- Notfall-Kartierungsmechanismus, der die Kraft der Sentinel-1-Satelliten nutzte.

Die Technologie basiert auf Synthetic Aperture Radar (SAR). Anstatt herkömmliche Fotos zu machen, sendet SAR Energieimpulse aus, die von der Erdoberfläche zurückgeworfen und vom Sensor empfangen werden.

Da diese Radiowellen durch die Atmosphäre ungehindert von Wolken, Staub oder der Dunkelheit der Nacht verlaufen, können Wissenschaftler ein kontinuierliches Bild des Geländes erhalten.

Durch den Vergleich der elektromagnetischen Rückstrahl-Signale, die vor dem Erdbeben gesammelt wurden, mit denen, die Stunden später erhalten wurden, identifizierten verschiedene maschinelle Lernmodelle automatisch Variationen im Bodentextur.

Dies ermöglichte die Erkennung von Straßenblockaden, verursacht durch Erdrutsche und gesprungene Brücken, und führte Rettungskräfte zu passierbaren Routen.

Risse aus dem Weltraum messen

Im großen Maßstab setzte NASA sein Radar-Interferometrie-Tool (InSAR) ein, eine millimetergenaue Technik, die die Phase von Radarwellen zu verschiedenen Zeiten vergleicht.

Vorläufige Daten von der NISAR-Mission (entwickelt in Zusammenarbeit mit der indischen Weltraumforschungsorganisation, ISRO) bestätigten schwere Verschiebungen in der Erdkruste, wobei horizontale Bodenbewegungen von bis zu 40 Zentimetern aufgezeichnet wurden.

Mit diesen Deformationskarten in der Hand verarbeiteten die Forscher des Conflict Ecology Lab an der Oregon State University (OSU) die Messungen, um die Auswirkungen auf die städtische Infrastruktur zu projizieren.

Die Forscherbewertung deutete darauf hin, dass bis zu 58.870 Gebäude schweren Schaden erlitten oder vollständig eingestürzt sind.

Diese wahrscheinliche Hitze-Karte ermöglichte es den Vereinten Nationen und den Rettungsteams, ihre Ressourcen auf die am dichtesten besiedelten und verletzlichsten Wohngebiete zu konzentrieren und wertvolle Zeit bei der Inspektion stabiler Zonen zu vermeiden.

Strukturelle Klassifizierung unter dem Microsoft-Banner

In einer kleineren Analyse konzentrierte sich Microsofts AI for Good Lab auf die Verarbeitung sehr hochauflösender optischer Bilder mit seiner Planetary Computer-Plattform.

Computer-Vision-Modelle, die für die Bildsegmentierung trainiert wurden, kartierten mehr als 210 Quadratkilometer der zentralen Küste und der venezolanischen Hauptstadt.

Die Methode basierte auf probabilistischen Modellen. Anstatt deterministische Urteile zu fällen, eine Aufgabe, die noch immer bauliche Ingenieure vor Ort erfordert, wies die KI strukturelle Risikostufen jedem Stadtblock zu.

Diese algorithmische Bewertung war für das Feld von entscheidender Bedeutung; laut dem offiziellen Schadensbericht der Internationalen Organisation für Migration ermöglichte diese Datenkreuzreferenzierung die Feststellung, dass 31,5% der Strukturen in Catia La Mar, einer der am stärksten betroffenen Städte im Bundesstaat La Guaira, schweren Schaden erlitten haben.

Heute, da die Rettungsmissionen abgeschlossen sind, dient diese wahrscheinliche Karte als analytische Grundlage für bauliche Ingenieure, um kontrollierte Abrisse und städtische Sperrzonen zu planen.

Interoperabilität inmitten des Chaos

Eine der größten Lektionen aus dieser Notlage ist, dass isolierte Technologie nutzlos ist. Damit die Bemühungen von NASA, der EU und Microsoft in echte Rettungen übersetzt werden können, war es unerlässlich, die Informationen zu vereinigen. Durch die Integration dieser geospatialen Analysen in die offenen Repositorien der Vereinten Nationen konnten die Ersthelfer unter einer einzigen interaktiven Karte arbeiten.

Diese technologische Koordination nach dem Erdbeben in Venezuela zeigt, dass künstliche Intelligenz, die auf die Erdbeobachtung angewendet wird, nicht länger ein Laborversuch ist; heute ist sie eine unverzichtbare betriebliche Ressource.

Die gemeinsamen Bemühungen optimierten nicht nur die Reaktionsmaßnahmen während der dunkelsten Momente der Krise, sondern legten auch einen methodischen Präzedenzfall für die Ära der städtischen Widerstandsfähigkeit im Angesicht des Klimawandels und geologischer Risiken fest.

Jenifer Rivera González ist eine freie Reporterin bei Espacio Media Incubator mit Sitz in Medellín, Kolumbien. Sie berichtet über Technologie und Frauenfragen für Publikationen wie Contxto, Forbes Centroamerica und DeMujeres. Zuvor war sie Redakteurin bei Colombia Reports, einer der größten englischsprachigen Nachrichten-Websites in Lateinamerika.