Finanzierung

iPronics sichert sich 125 Mio. $ Series‑B, um optisches Networking für KI‑Rechenzentren zu skalieren

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iPronics hat 125 Millionen $ in Series‑B‑Finanzierung erhalten, um die kommerzielle Einführung seiner programmierbaren optischen Netzwerktechnologie für Künstliche‑Intelligenz‑(KI‑)Rechenzentren zu beschleunigen. Die Runde wurde gemeinsam von Maverick Silicon und Light Street Capital geleitet, wobei NVIDIA als Investor zusammen mit Triatomic Capital, Bosch Ventures, Catalight Capital, dem European Innovation Council Fund und mehreren bestehenden Geldgebern teilnimmt. Die Finanzierung erhöht die Gesamtkapitalisierung von iPronics auf 177 Millionen $.

Die ungewöhnlich große Series‑B spiegelt ein wachsendes Infrastrukturproblem wider, das mit der Expansion des KI‑Computings einhergeht: Mehr GPUs helfen nur, wenn Daten zwischen diesen Prozessoren schnell und effizient bewegt werden können. Während Cluster von Racks mit Beschleunigern zu immer größeren Systemen wachsen, wird das Networking ebenso wichtig für Leistung, Stromverbrauch und Auslastung wie die zugrunde liegende Rechenhardware.

Netzwerke werden zum Teil des KI‑Rechenproblems

Modernes KI‑Training erfordert enorme Kommunikationsmengen zwischen GPUs. Je größer das Modell und das Cluster, desto mehr Datenverkehr muss zwischen Beschleunigern, Racks und gegebenenfalls mehreren Einrichtungen bewegt werden.

Traditionelle Rechenzentrumsnetze basieren hauptsächlich auf Kupferverbindungen und elektronischen Paket‑Switches. Steigen jedoch die Bandbreitenanforderungen, benötigen diese Architekturen immer mehr Hochgeschwindigkeits‑Elektrik‑ und Optik‑Komponenten, was Stromverbrauch, Wärme, Kosten und Komplexität erhöht.

Dies ist ein Grund, warum die KI‑Infrastrukturbranche zunehmend zu optischer Konnektivität übergeht. Anstatt die Kapazität traditioneller Netzwerkgeräte ständig zu erhöhen, prüfen Unternehmen Architekturen, bei denen ein größerer Teil des Kommunikationsgeflechts selbst optisch funktioniert.

iPronics geht das Problem mit silicon‑photonik‑basiertem Optical Circuit Switching (OCS) an. Anstatt einzelne Pakete wie ein herkömmlicher Netzwerk‑Switch zu prüfen und elektronisch weiterzuleiten, kann ein optischer Schaltkreis‑Switch direkte optische Pfade zwischen Endpunkten etablieren und diese Verbindungen dynamisch an veränderte Anforderungen anpassen.

Wie iPronics’ optisches Switching funktioniert

Im Zentrum der Technologie des Unternehmens steht iPronics ONE, eine rack‑montierte optische Switching‑Plattform, die für KI‑Infrastrukturen konzipiert ist.

Seine silicon‑photonischen Chips enthalten Netze von sogenannten Programmierbaren Einheitzellen, die das Licht über verschiedene physische Pfade lenken können. Software steuert diese photonischen Elemente und macht damit die zugrunde liegende optische Topologie programmierbar, anstatt Server und Beschleuniger dauerhaft in einer festen Konfiguration zu verdrahten.

Die ONE‑Plattform kombiniert diese photonische Schicht mit integrierter Überwachung, Telemetrie und Anwendungs‑Programmierschnittstellen (APIs), sodass Netzwerk‑Orchestrierungssoftware optische Verbindungen ändern kann, wenn Workloads sich verschieben oder sich Infrastrukturbedingungen ändern.

Diese Programmierbarkeit könnte für KI‑Cluster besonders relevant sein, da deren Netzwerk‑Anforderungen nicht zwangsläufig statisch sind. Unterschiedliche Trainingsjobs können von verschiedenen Beschleuniger‑Konfigurationen profitieren, ausgefallene GPUs müssen möglicherweise umgangen werden, und Inferenz‑Workloads können sehr unterschiedliche Verkehrsmuster im Vergleich zum groß‑skaligen Training erzeugen.

Die aktuelle ONE‑Produktfamilie ist für Skalierung von 32 bis 256 Ports ausgelegt und unterstützt Sub‑Millisekunden‑Umkonfiguration zusammen mit Echtzeit‑Optik‑Telemetrie und Integration in software‑definierte Netzwerkumgebungen.

Von der Photonik‑Forschung zur kommerziellen KI‑Infrastruktur

iPronics wurde 2019 als Spin‑off der Universitat Politècnica de València gegründet und baut auf Forschung zu programmierbarer Silicon‑Photonik und groß‑skaligen photonischen Systemen auf. Das Unternehmen hat seitdem seinen Fokus darauf verlagert, diese Forschung in einsetzbare Netzwerk‑Infrastruktur für KI‑Cluster zu überführen.

Seine Kommerzialisierungsbemühungen haben sich in den letzten zwei Jahren deutlich beschleunigt.

Im Januar 2025 hat iPronics eine Series‑A‑Finanzierung in Höhe von 20 Millionen € erhalten, um seine optische Netzwerktechnologie voranzutreiben. Zwei Monate später stellte das Unternehmen den ONE‑32 vor, einen 32‑Port‑Silicon‑Photonik‑Optical‑Circuit‑Switch, der auf Skalierung nach oben und nach außen im KI‑Networking abzielt. iPronics gab an, dass das System Verbindungen in weniger als 300 Mikrosekunden umkonfigurieren kann, wobei die Latenz unter 30 Nanosekunden liegt.

Das Unternehmen baut zudem die Fertigungskapazitäten aus, die nötig sind, um über relativ kleine Einsätze hinauszugehen. Im März 2026 kündigte iPronics eine dedizierte Fertigungslinie mit Fabrinet für das Verpacken, Zusammenbauen, Testen und Qualifizieren seiner ONE‑Series‑Switches an. Zu diesem Zeitpunkt erklärte das Unternehmen, dass es mit seinen ersten zehn Hyperscalern und OEM‑Kunden für KI‑Cluster zusammenarbeite.

Diese Fertigungserweiterung ist wichtig, weil optische Netzwerktechnologien historisch gesehen Schwierigkeiten hatten, von vielversprechenden Labor‑Demonstrationen zu zuverlässiger Hardware zu gelangen, die wirtschaftlich im Rechenzentrums‑Maßstab hergestellt werden kann.

Was die 125 Millionen‑Dollar‑Series‑B verändert

Das neue Kapital verschafft iPronics deutlich mehr Ressourcen, um diese Kommerzialisierungs‑Herausforderung anzugehen.

Das Unternehmen plant, die Produktion auszubauen, Kundeneinsätze zu beschleunigen und die Weiterentwicklung der ONE‑Plattform fortzusetzen. Zudem erweitert es seine Präsenz in den USA mit einem neuen Büro in Santa Clara, wodurch das Unternehmen in die Nähe von NVIDIA und vielen Halbleiter‑, Netzwerk‑ und KI‑Infrastruktur‑Unternehmen rückt, die die nächste Generation von Rechenzentren entwerfen.

Die Beteiligung von NVIDIA ist besonders bemerkenswert. NVIDIAs GPUs fungieren zunehmend als Komponenten in enormen Rechensystemen statt als eigenständige Prozessoren, wodurch die Verbindung zwischen Beschleunigern zu einem kritischen Baustein der Gesamtleistung wird.

Manish Muthal, Senior Managing Director bei Maverick Silicon, wird ebenfalls dem iPronics‑Vorstand beitreten, während der ehemalige Rambus‑CEO Geoffrey Tate, jetzt Berater von Light Street Capital, einen Sitz im Vorstand übernehmen wird. Young Sohn von Catalight Capital, zuvor Corporate President und Chief Strategy Officer bei Samsung, wird Berater des Unternehmens werden.

Optisches Networking könnte ein größerer Teil des KI‑Infrastruktur‑Stacks werden

Die weitergehende Bedeutung der Finanzierung von iPronics reicht über einen einzelnen optischen Switch hinaus.

Das KI‑Infrastruktur‑Rennen wurde weitgehend durch GPUs und andere Beschleuniger definiert, doch das bloße Bereitstellen weiterer Prozessoren garantiert nicht, dass sie effizient genutzt werden. Speicherbandbreite, Netzwerk, Stromversorgung und Kühlung bestimmen zunehmend, wie viel nützliche Rechenleistung ein Rechenzentrum aus seiner Hardware herausziehen kann.

Optisches Circuit Switching bietet einen möglichen Ansatz, den Netzwerk‑Teil dieser Gleichung anzugehen. Eine programmierbare optische Schicht könnte es Clustern ermöglichen, ihre physische Konnektivität je nach Workload anzupassen, Hardware‑Fehler zu umgehen und GPU‑Domänen zu erweitern, ohne das zugrunde liegende Netzwerk ständig neu zu entwerfen.

Es gibt noch offene Fragen, wie weit OCS‑Architekturen verbreitet werden und wo sie neben immer leistungsfähigeren Ethernet‑ und proprietären KI‑Netzwerktechnologien Platz finden. Doch das Ausmaß der Series‑B‑Finanzierung von iPronics, zusammen mit NVIDIAs Beteiligung und dem Schritt des Unternehmens zur Serienfertigung, deutet darauf hin, dass programmierbare Photonik von einer experimentellen Rechenzentrumstechnologie zu einem ernsthaften Anwärter für die nächste Generation der KI‑Infrastruktur wird.

Antoine ist ein visionärer Leiter und Gründungspartner von Unite.AI, getrieben von einer unerschütterlichen Leidenschaft für die Gestaltung und Förderung der Zukunft von KI und Robotik. Als Serienunternehmer glaubt er, dass KI für die Gesellschaft so disruptiv sein wird wie Elektrizität, und er wird oft dabei erwischt, wie er über das Potenzial disruptiver Technologien und AGI schwärmt.

Als Futurist ist er darauf bedacht, zu erforschen, wie diese Innovationen unsere Welt prägen werden. Darüber hinaus ist er der Gründer von Securities.io, einer Plattform, die sich auf Investitionen in bahnbrechende Technologien konzentriert, die die Zukunft neu definieren und ganze Branchen umgestalten.