Robotik und physische KI

Kann das Aussehen eines Roboters seine Wirksamkeit als Coach für betriebliches Wohlbefinden beeinflussen?

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Eine kürzlich von Forschern der University of Cambridge durchgeführte Studie hat gezeigt, dass das physische Aussehen von Robotern, die als Coaches für betriebliches Wohlbefinden eingesetzt werden, die Engagementbereitschaft der Teilnehmer beeinflusst. Die Forschung, die in einem Technologieberatungsunternehmen durchgeführt wurde, umfasste 26 Mitarbeiter, die an wöchentlichen Robot-coaching-Sitzungen für vier Wochen teilnahmen. Zwei verschiedene Roboter-Coaches wurden für das Experiment verwendet, beide mit identischen Stimmen, Gesichtsausdrücken und Skripten.

Die Mitarbeiter, die mit einem spielzeugähnlichen Roboter interagierten, berichteten, dass sie sich stärker mit ihrem “Coach” verbunden fühlten als diejenigen, die mit einem humanoiden Roboter arbeiteten. Die Forscher glauben, dass dieses Ergebnis darauf zurückzuführen ist, dass die Wahrnehmung von Robotern durch die Popkultur beeinflusst wird, in der die Fantasie keine Grenzen kennt. Folglich entsprechen reale Roboter oft nicht diesen Erwartungen.

Das einfacher gestaltete Aussehen des spielzeugähnlichen Roboters könnte dazu geführt haben, dass die Teilnehmer geringere Erwartungen hatten, was es ihnen leichter machte, eine Verbindung herzustellen. Andererseits fanden diejenigen, die mit dem humanoiden Roboter interagierten, dass ihre Erwartungen nicht mit der Realität übereinstimmten, da der Roboter nicht in der Lage war, interaktive Gespräche zu führen.

Trotz der Diskrepanzen zwischen Erwartungen und Realität zeigte die Studie das Potenzial von Robotern als wertvolles Instrument zur Förderung des mentalen Wohlbefindens am Arbeitsplatz. Die Ergebnisse wurden auf der ACM/IEEE International Conference on Human-Robot Interaction in Stockholm am 15. März präsentiert.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Arbeitgebern, das mentale Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu fördern und zu schützen. Die Umsetzung von Wohlbefindenspraktiken wird jedoch oft durch unzureichende Ressourcen und Personal behindert. Obwohl Roboter bereits erste Erfolge bei der Schließung dieser Lücke gezeigt haben, wurden die meisten Studien in Laborumgebungen durchgeführt.

Dr. Micol Spitale, der erste Autor der Studie, erklärte die Motivation hinter der Studie: “Wir wollten die Roboter aus dem Labor holen und untersuchen, wie sie in der realen Welt nützlich sein könnten.”

Die Forscher arbeiteten mit dem lokalen Technologieunternehmen Cambridge Consultants zusammen, um ein Programm für betriebliches Wohlbefinden mit Robotern zu entwickeln. Über vier Wochen hinweg wurden die Mitarbeiter von einem der beiden Roboter – dem QTRobot (QT) oder dem Misty II-Roboter (Misty) – durch verschiedene Wohlbefindensübungen geführt.

QT, ein kindlicher humanoider Roboter, ist etwa 90 cm groß, während Misty, ein spielzeugähnlicher Roboter, 36 cm groß ist. Beide Roboter haben Bildschirmgesichter, die verschiedene Gesichtsausdrücke anzeigen können. Die Roboter wurden mit einer coachähnlichen Persönlichkeit programmiert, die eine hohe Offenheit und Gewissenhaftigkeit aufweist.

Die Teilnehmer wurden von einem Roboter in einem Bürobesprechungsraum durch positive Psychologie-Übungen geführt, wobei jede Sitzung mit dem Roboter begann, der die Teilnehmer aufforderte, eine positive Erfahrung in Erinnerung zu rufen oder Dankbarkeit auszudrücken. Der Roboter stellte dann Nachfolgefragen. Nach den Sitzungen bewerteten die Teilnehmer den Roboter durch einen Fragebogen und ein Interview.

Die Studie ergab, dass die Teilnehmer, die mit dem spielzeugähnlichen Misty-Roboter arbeiteten, bessere Arbeitsbeziehungen und positivere Wahrnehmungen des Roboters berichteten als diejenigen, die mit dem kindlichen QT-Roboter arbeiteten. Dr. Spitale deutete an, dass Mistys spielzeugähnliches Aussehen diese Ergebnisse beeinflusst haben könnte.

Professor Hatice Gunes, die die Forschung leitete, betonte die Bedeutung der Verbesserung der Interaktivität von Robotern, um den Erwartungen der Benutzer zu entsprechen. Sie sagte: “Es ist unglaublich schwierig, einen Roboter zu erstellen, der in der Lage ist, natürliche Konversationen zu führen. Neue Entwicklungen in großen Sprachmodellen könnten in dieser Hinsicht wirklich nützlich sein.”

Minja Axelsson, ein Co-Autor der Studie, wies darauf hin, dass vorherige Vorstellungen davon, wie Roboter aussehen oder sich verhalten sollten, die Adoption von Robotik in Bereichen behindern könnten, in denen sie nützlich sein könnten. Die Teilnehmer der Studie, obwohl sie sich bewusst waren, dass die Roboter nicht so fortschrittlich waren wie ihre fiktiven Gegenstücke, fanden die Wohlbefindensübungen dennoch hilfreich und waren offen für die Idee, in der Zukunft mit einem Roboter zu sprechen.

Das Forschungsteam konzentriert sich nun darauf, die Responsivität der Roboter-Coaches während der Coaching-Praktiken und Interaktionen zu verbessern.

Alex McFarland ist ein KI-Journalist und Schriftsteller, der die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz erforscht. Er hat mit zahlreichen KI-Startups und Veröffentlichungen weltweit zusammengearbeitet.