Förderung
NoTraffic sammelt 90 Millionen Dollar in der Serie C ein, um die KI-gesteuerte Verkehrsinfrastruktur in Nordamerika auszubauen.

Kein Verkehr hat sich eine Serie-C-Finanzierungsrunde über 90 Millionen US-Dollar gesichert, da Städte zunehmend nach Möglichkeiten suchen, veraltete Verkehrssysteme zu modernisieren, ohne massive Infrastrukturerneuerungen vornehmen zu müssen. Die Finanzierung wurde angeführt von PSG-Eigenkapital mit teilnahme von M & G Investments, Grove Ventures, LifeX, Meitav Investment House, und Next Gear VenturesDies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Herausforderungen der urbanen Mobilität mit traditionellen Mitteln immer schwieriger zu bewältigen sind.
Das Unternehmen, dessen Lösungen bereits bei Hunderten von Behörden in den USA und Kanada im Einsatz sind, positioniert sich als grundlegende Ebene für die Funktionsweise von Kreuzungen in Städten – weniger wie feste Hardware, sondern eher wie anpassungsfähige, softwaredefinierte Systeme.
Kreuzungen in digitale Infrastruktur umwandeln
Im Zentrum des Ansatzes von NoTraffic steht die Abkehr von statischen Ampeln hin zu einem vernetzten, intelligenten System. Die Plattform nutzt KI-gestützte Sensoren, Edge-Geräte und cloudbasierte Software, um die Verkehrslage in Echtzeit zu überwachen und darauf zu reagieren. Dadurch können Kreuzungen quasi „mitdenken“ und sich kontinuierlich anpassen.
Anstatt auf vorprogrammierte Zeitzyklen zu setzen, passt sich das System dynamisch an den tatsächlichen Bedarf an – sei es die Priorisierung von Einsatzfahrzeugen, die Verkürzung von Wartezeiten für Fußgänger oder die Entlastung des Verkehrs während der Stoßzeiten. Das übergeordnete Ziel ist die Umwandlung von Kreuzungen in ein koordiniertes digitales Netz, das den Verkehrsfluss in der gesamten Stadt optimiert.
Dieses Modell ermöglicht es Städten außerdem, neue Verkehrsstrategien durch Software-Updates anstatt durch physische Modernisierungen umzusetzen – ein Unterschied, der mit sinkenden Budgets und veralteter Infrastruktur immer wichtiger wird.
Ausweitung der Einführung in ganz Nordamerika
Das neue Kapital wird vorrangig für die Beschleunigung des Ausbaus in Nordamerika eingesetzt, wo das Unternehmen bereits in über 40 Bundesstaaten und Provinzen aktiv ist. Kommunen sehen sich zunehmend mit Personalmangel, unvorhersehbaren Verkehrsmustern und steigenden Erwartungen der Öffentlichkeit an Sicherheit und Effizienz konfrontiert.
NoTraffics Angebot an Behörden ist relativ einfach: Software soll die bestehende Infrastruktur optimieren. Die Plattform ist so konzipiert, dass sie sich in bestehende Verkehrssysteme integriert, anstatt diese zu ersetzen. Dadurch sind schnellere Implementierungen und geringere Vorlaufkosten im Vergleich zu herkömmlichen Modernisierungen möglich.
Das Unternehmen betreibt außerdem ein rund um die Uhr besetztes Operationszentrum, das die Leistung überwacht, Diagnosen durchführt und Over-the-Air-Updates bereitstellt, wodurch die Kapazitäten der ohnehin schon stark beanspruchten Transportteams effektiv erweitert werden.
Von Pilotprojekten zur Kerninfrastruktur
Eine der bemerkenswertesten Entwicklungen für Unternehmen in diesem Bereich ist der Übergang von Pilotprojekten zum breiten Einsatz. Während viele Smart-City-Technologien Schwierigkeiten bei der Skalierung hatten, steht NoTraffic kurz vor einer breiteren Anwendung. Prognosen zufolge könnte die Technologie bis Mitte 2026 etwa jede zehnte Verkehrsbehörden in den USA und Kanada erreichen.
Städte wie Phoenix berichten bereits von messbaren Verbesserungen, darunter weniger Staus, kürzere Pendelzeiten und ein besserer Fußgängerfluss. Diese Ergebnisse sind Teil einer wachsenden Zahl von Belegen dafür, dass softwaregestütztes Verkehrsmanagement spürbare operative Vorteile ohne groß angelegte Bauprojekte erzielen kann.
Was softwaredefinierte Verkehrssysteme als Nächstes ermöglichen
Da Kreuzungen zunehmend als programmierbare Systeme und nicht mehr als feste Anlagen betrachtet werden, reichen die Auswirkungen weit über das Verkehrsmanagement hinaus. Einer der unmittelbarsten Vorteile ist die Möglichkeit für Städte, in Echtzeit auf veränderte Bedingungen zu reagieren – sei es durch Umleitung des Verkehrs bei einem Unfall, Anpassung der Ampeln bei Großveranstaltungen oder Priorisierung von Rettungseinsätzen ohne manuelle Eingriffe.
Langfristig könnte diese Infrastruktur als Grundlage für fortschrittlichere Mobilitätsökosysteme dienen. Vernetzte Fahrzeuge, autonomes Fahren und intelligente Logistiknetzwerke sind allesamt auf eine Infrastruktur angewiesen, die dynamisch kommunizieren, sich anpassen und koordinieren kann. Kreuzungen, die als Teil eines dynamischen digitalen Netzwerks funktionieren, können diese Systeme effektiver unterstützen als herkömmliche signalbasierte Systeme.
Es ergeben sich auch potenzielle Vorteile für die Nachhaltigkeit. Durch die Reduzierung von Leerlaufzeiten an Kreuzungen und die Optimierung des Verkehrsflusses können Städte Emissionen senken, ohne dass umfangreiche bauliche Veränderungen erforderlich sind. Dies steht im Einklang mit übergeordneten städtischen Zielen zur Verringerung der verkehrsbedingten Umweltverschmutzung bei gleichzeitiger Steigerung der Gesamteffizienz.
Operativ gesehen führt die Umstellung auf softwaredefinierte Infrastruktur zu einem neuen Modell für das Stadtmanagement. Verkehrsbetriebe können neue Strategien schnell testen und implementieren, datenbasiert optimieren und erfolgreiche Ansätze auf ganze Regionen ausweiten. Dies reduziert die Abhängigkeit von langen Planungszyklen und ermöglicht kontinuierliche Verbesserungen.
Mit zunehmender Verbreitung dieser Technologien dürfte sich die Verkehrsinfrastruktur von einem passiven System, das auf Staus reagiert, zu einer aktiven Ebene urbaner Intelligenz entwickeln – einer Ebene, die kontinuierlich optimiert, wie sich Menschen und Güter durch die Städte bewegen.










