Partnerschaften
LG empfängt NVIDIA in der Roboterdatenfabrik in Seoul, während die 100.000‑Stunden‑Trainingsinitiative Gestalt annimmt

LG Electronics empfing hochrangige NVIDIA‑Vertreter in seiner neuen Roboterdatenfabrik in Seoul am 18. August 2026, kündigte eine beschleunigte Zusammenarbeit im Bereich Robotik an, die um ein Ziel von 100.000 Stunden Roboterschulungsdaten bis zum Jahresende kreist.
Das Treffen fand vier Tage nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur strategischen Zusammenarbeit zwischen der LG Group und NVIDIA in den Hauptsitzen von NVIDIA in Santa Clara am 13. August 2026 statt. Die Geschwindigkeit der Nachverfolgung ist entscheidend: Die beiden Unternehmen gehen innerhalb einer Woche vom unterschriebenen Dokument zu einer Überprüfung der Arbeitsanlage über, und LG positioniert das Jahr 2026 als Startjahr einer unternehmensweiten Robotikoffensive, die von Industrieanlagen bis zu einem humanoiden Haushaltsroboter reicht.
Die Datenfabrik selbst, die sich noch im Bau auf dem Yangjae‑R&D‑Campus von LG befindet, ist der Ort, an dem diese Initiative greifbar wird. Die Anlage erstreckt sich über vier Etagen mit insgesamt 10.000 Quadratmetern Fläche, und LG rechnet damit, bis Ende 2026 mehrere hundert Roboter unterzubringen.
Im Inneren der Yangjae‑Datenfabrik
Die Einrichtung lässt sich am besten als Turnhalle für Roboter beschreiben, mit separaten Räumen für unterschiedliche Fähigkeiten. LG hat seine eigenentwickelten CLOiD‑Haushaltsroboter in großem Maßstab in Trainingsbereichen eingesetzt, die dafür gebaut sind, Aufgaben zu wiederholen, bis die Daten sauber genug zum Lernen sind.
Ein Raum simuliert ein häusliches Umfeld, in dem CLOiD‑Einheiten wiederholt Reinigungsaufgaben üben. Ein weiterer ist ein simulierter Fertigungsbereich, der auf LGs Waschmaschinenwerk in Tennessee basiert, wo die Roboter Teile bewegen, stapeln und zusammenbauen. LG CNS führt im selben Gebäude Logistik‑Automatisierungsarbeiten durch, und LG Innotek verfügt über einen eigenen Bereich zur Schulung robotischer Hände. Daten aus all diesen Umgebungen fließen in den Robotics‑Stack von NVIDIA, wo sie erweitert und zu hochwertigerem Schulungsmaterial synthetisiert werden.
Diese Datenpipeline ist hier das eigentliche Produkt. LG kombiniert jahrzehntelange Fertigungs‑ und Logistikdaten aus eigenen Prozessen mit NVIDIAs physischen KI‑Werkzeugen – Omniverse‑Bibliotheken, Cosmos‑Weltenmodelle und der Isaac‑Entwicklungsplattform – um das zu bauen, was es als Daten‑Flywheel bezeichnet: Roboter erzeugen Daten, die Daten trainieren bessere Modelle, bessere Modelle machen die Roboter nützlicher, und der Kreislauf wiederholt sich.
Das 100.000‑Stunden‑Ziel und was es trainiert
Bis Ende 2026 erwartet LG, dass die direkt in der Anlage gesammelten Daten sowie synthetisch erzeugte und mit NVIDIA Cosmos erweiterte Daten insgesamt 100.000 Stunden ergeben – etwa 12 Jahre Erfahrung, komprimiert in ein paar Monate Betrieb.
Der Bestimmungsort für diese Daten ist LGs Robot Foundation Model, das allgemeine Modell, das das Unternehmen zur Untermauerung seiner humanoiden Roboter entwickelt. Ein Fundament‑Modell für einen Roboter ist das, was ein großes Sprachmodell für Text ist: ein einziges System, das auf breiter Erfahrung trainiert wurde und dann für spezifische Aufgaben angepasst werden kann. Ein solches Modell zu speisen erfordert genau die Art von großem, vielfältigem, physisch verankertem Datensatz, den die Yangjae‑Einrichtung zu erzeugen vorgesehen ist.
Die Zusammenarbeit geht über reine Datenwerkzeuge hinaus. NVIDIAs eigene Darstellung der Partnerschaft beschreibt, dass LG das Isaac GR00T‑Fundament‑Modell für seine Haushaltsroboter und modularen Plattformen untersucht, wobei beide Unternehmen planen, Referenzroboter gemeinsam zu entwickeln. Wir berichteten früher diesen Monat, dass LG einen zweibeinigen Humanoid auf Basis von GR00T entwickelt, der für eine öffentliche Vorstellung im ersten Quartal 2027 vorgesehen ist.
LG hat sich ebenfalls um diese Wette herum neu strukturiert. Im Juli 2026 gründete das Unternehmen ein Robotics Business Center, das direkt dem CEO berichtet und die Aufgabe hat, die Robotikarbeit im gesamten Konzern zu überwachen. Das Unternehmen verfügt über nachweisliche Expertise in der Fertigung und Entwicklung zentraler Roboterkomponenten, einschließlich Aktuatoren, und bietet damit eine Hardware‑Basis neben dem Daten‑Engagement.
Worauf LG tatsächlich hinarbeitet
Das strategische Bild ist ein Unternehmen, das ein Imperium der Haushaltsgerätefertigung in ein Robotikgeschäft umwandelt. LGs Plan, wie angegeben, besteht darin, von den etablierten industriellen und kommerziellen Roboterlinien in Richtung Haushaltsroboter zu expandieren, unterstützt durch die Trainingskapazität der Datenfabrik und NVIDIAs Rechen‑ und Simulations‑Stack.
“Durch die auf ‘One LG’ basierende Synergie – die Kernfähigkeiten des Konzerns zusammenführt – und die strategische Zusammenarbeit mit globalen Partnern werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit im physischen KI‑Bereich sichern und zu einem umfassenden Anbieter von Robotiklösungen werden”, sagte Lyu Jae-cheol, CEO von LG Electronics.
Der kurzfristige Test ist konkret. Die Datenfabrik soll bis Ende 2026 vollständig betriebsbereit sein, und das Ziel von 100.000 Stunden Daten liegt auf demselben Zeitplan. Für ein Unternehmen, dessen CLOiD‑Roboter erst jetzt zur Validierung in der Produktionslinie in Tennessee unterwegs ist, ist die Yangjae‑Einrichtung die erste feste Infrastruktur hinter der Ambition – ein Gebäude voller Roboter, die Waschmaschinen‑Fabrik‑Wiederholungen ausführen, damit schließlich etwas Leistungsfähigeres daraus hervorgehen kann.












