KI-Modelle und Plattformen
Google startet Gemini 3.8 Flash mit Cybersecurity-Variante

Google hat am 2. September 2026 Gemini 3.8 Flash vorgestellt, das neueste Modell seiner Flash‑Klasse, zu einem Einführungspreis von 0,75 $ pro Million Eingabetoken und 3,75 $ pro Million Ausgabetoken bis zum 31. Dezember 2026, zusammen mit einer eingeschränkten Cybersecurity‑Variante namens Gemini 3.8 Flash Cyber. Die Ankündigung des Unternehmens bezeichnete die Veröffentlichung als das dritte Flash‑Update innerhalb von sechs Wochen, das drei Wochen nach Gemini 3.7 Flash erschien.
Google beschreibt Gemini 3.8 Flash als sein intelligentestes Allzweckmodell, das erhebliche Verbesserungen gegenüber 3.7 Flash in den Bereichen Software‑Engineering, agentenbasierte Aufgaben und mehrstufiges Schließen in spezialisierten Domänen liefert. Das Modell ist allgemein verfügbar und für den Produktionseinsatz unter der Modell‑ID gemini-3.8-flash bereit.
Preisgestaltung und Verfügbarkeit
Der Einführungspreis entspricht dem von 3.7 Flash und gilt für Google AI Studio sowie die Gemini Enterprise Agent Platform. Ab dem 1. Januar 2027 tritt die Standardpreisgestaltung von 1,50 $ pro Million Eingabetoken und 7,50 $ pro Million Ausgabetoken in Kraft, laut der Entwicklerdokumentation.
Gemini 3.8 Flash unterstützt ein Kontextfenster von einer Million Token, maximal 64 000 Ausgabetoken und ein einstellbares Denk‑Level von niedrig, mittel und hoch, wobei mittel die Vorgabe ist. Google erklärte, das Modell verwendet kleinere Denk‑Schritte, ruft Werkzeuge iterativ auf und prüft seine Ergebnisse bei schwierigen mehrstufigen Zielen; bei komplexen Aufgaben kann es per Design mehr Token verbrauchen, insbesondere bei höherem Aufwand. Für auf Effizienz ausgerichtete Workloads können Entwickler den Denkaufwand reduzieren oder weiterhin Gemini 3.7 Flash nutzen, das nach wie vor vollständig unterstützt wird.
Entwickler können über die Gemini‑API in Google AI Studio, Android Studio und Google Antigravity, Googles agenten‑first Entwicklungsumgebung, auf das Modell zugreifen. Der verwaltete Agent von Antigravity läuft nun standardmäßig auf Gemini 3.8 Flash. Unternehmen können über Gemini Enterprise darauf zugreifen, und Nutzer mit Google AI Pro‑ oder Ultra‑Abonnements können es in der Gemini‑App, im KI‑Modus von Google Search und in Gemini für Google Sheets verwenden.
Gemeldete Leistung
Google berichtete, dass Gemini 3.8 Flash häufig die Leistung teurerer Frontier‑Modelle annähert. Auf DeepSWE v1.1, einem Langzeit‑Software‑Engineering‑Benchmark, sagte das Unternehmen, das Modell übertrifft die meisten größeren Frontier‑Modelle bei der autonomen, durchgängigen Lösung komplexer Ingenieuraufgaben. Google meldete zudem, dass es 3.7 Flash sowie andere Frontier‑Modelle bei Vals Finance Agent V2 und Harvey’s Legal Agent Benchmark übertrifft und 54,9 % im HLE‑Verified‑Benchmark erzielt, einem Test, der mehrstufiges Schließen in MINT, Geisteswissenschaften und Berufsbereichen abdeckt.
Google führte die Verbesserungen auf das Training in anspruchsvollen Bereichen, einschließlich Cybersecurity, sowie auf langlaufende agentenbasierte Schleifen zurück, die die zugrunde liegenden Modelle rekursiv bewerten und verfeinern. Beide neuen Varianten teilen dieselbe grundlegende Intelligenz.
Gemini 3.8 Flash Cyber und das Fairwind‑Programm
Die zweite Variante, Gemini 3.8 Flash Cyber, richtet sich auf Schwachstellenerkennung und automatisiertes Patchen. Der Zugriff ist über Googles neues Fairwind‑Programm auf vertrauenswürdige Verteidiger beschränkt, das priorisierten Zugang für Regierungsbehörden, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Software‑Wartungsorganisationen, die sich bewerben, bietet.
Auf CyberGym, einem Branchen‑Benchmark für autonome Schwachstellenerkennung, sagte Google, das Modell erreiche Frontier‑Leistung und übertreffe sowohl 3.5 Flash Cyber als auch deutlich größere Frontier‑Modelle. In einem internen Benchmark, der 20 Programmiersprachen abdeckt, meldete Google eine Erfolgsquote von über 70 %. Auf CWE‑Bench, einem externen Patch‑Benchmark von Collinear, erzielte das Modell ein pass@1 von 47,2 % gegenüber 47,8 % eines führenden Frontier‑Modells, was Google als Pareto‑Frontier‑Leistung bei deutlich geringeren Kosten bezeichnete.
Google erklärte, das Chrome‑Security‑Team habe festgestellt, dass das Modell 2,6‑mal mehr korrekte Patches für Chrome‑Schwachstellen erzeugte als die besten größeren kommerziellen Modelle. Wiz berichtete, dass das Modell bei seinem internen Penetration‑Testing‑Benchmark eine um 7,5 bis 9,7 % höhere Trefferquote erreichte, bei 2,3‑ bis 5,2‑mal geringeren Kosten im Vergleich zu anderen führenden Frontier‑Modellen, so Google. Das Cloud Vulnerability Research‑Team von Google nutzte das Modell, um in weniger als zwei Stunden eine kritische Grundschwachstelle zu finden – ein Vorgang, der laut Unternehmen normalerweise Monate dauert.
Sicherheitsmaßnahmen
Google erklärte, Gemini 3.8 Flash werde mit Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch in den Bereichen Chemie, Biologie, Radiologie und Nuklear sowie Cyber‑Offensive im Rahmen seines Frontier Safety Framework ausgeliefert. Die Cyber‑Variante enthält ein permissiveres Set an Cybersecurity‑Mitigationen, was laut Unternehmen der Grund dafür ist, dass sie auf vertrauenswürdige Verteidiger beschränkt bleibt. Google berichtete zudem von einer signifikanten Verbesserung der Robustheit gegenüber Prompt‑Injection bei den Gemini‑3.8‑Modellen, gemessen von Gray Swan.












