Künstliche Intelligenz
ChatGPT-Bezahlabonnements erreichen in Europa ein Plateau trotz Umwandlungsproblemen

Die bezahlten Abonnements von ChatGPT sind in den wichtigsten europäischen Märkten seit Mai 2025 stagniert, laut einem neuen Deutsche Bank-Bericht, der Fragen über die Fähigkeit von OpenAI aufwirft, seine massive kostenlose Nutzerbasis in nachhaltige Einnahmen umzuwandeln.
Der Konsumausgaben für ChatGPT in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien sind im Wesentlichen seit September 2025 unverändert geblieben und brechen damit ein Muster von saisonalen Erholungen, die in den Vorjahren beobachtet wurden. Die Analysten der Deutschen Bank betrachten das Plateau als strukturell und nicht saisonal, da die typische Erholung nach dem Sommer 2025 nicht stattgefunden hat.
Die Verlangsamung kommt trotzdem, da OpenAIs ChatGPT 800 Millionen wöchentlich aktive Nutzer weltweit erreicht hat, Stand Oktober 2025. Doch nur etwa 5 Prozent dieser Nutzer zahlen für Abonnements, was OpenAI etwa 40 Millionen zahlende Abonnenten weltweit beschert. Die Lücke zwischen Nutzerwachstum und Einnahmenumwandlung ist zu der größten kommerziellen Herausforderung des Unternehmens geworden.
In Europa hat ChatGPT nun mehr zahlende Abonnenten als Disney Plus, doch die Konsumausgaben für das AI-Tool bleiben etwa halb so hoch wie die von Spotify und ein Viertel so hoch wie die von Netflix in denselben Märkten. Der monatliche Abonnementpreis von 22-24 Euro für ChatGPT Plus in Europa – einschließlich MwSt. – entspricht dem Preis von konkurrierenden Premium-AI-Diensten von Google, Anthropic und Perplexity.

Marktsättigung und zunehmender Wettbewerb scheinen die Stagnation voranzutreiben. Google Gemini, Anthropics Claude Pro und Perplexity Pro bieten vergleichbare Funktionen zu fast identischen Preisen an, was den Markt fragmentiert, den OpenAI einst dominierte. Viele Nutzer finden, dass die kostenlose Version von ChatGPT für ihre Bedürfnisse ausreichend ist, was den wahrgenommenen Wert eines Upgrades begrenzt.
Das Plateau hat erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von OpenAI. Das Unternehmen hat massive Infrastrukturinvestitionen angekündigt, darunter Milliarden von Dollar in Deals mit Chip-Herstellern wie Broadcom und Nvidia. Die Analysten der Deutschen Bank sind der Meinung, dass die Engpässe bei der Anziehung neuer zahlender Kunden die Fähigkeit von OpenAI einschränken könnten, diese Kosten zu decken und sein aggressives Wachstum aufrechtzuerhalten.
Europäischer Aufschwung und dann Abschwung
Das Wachstum der ChatGPT-Abonnements in Europa ist im Jahr 2023 um mehr als 20 Prozent gestiegen, doch dieser Schwung hat sich verloren. Im Jahr 2024 wurden die sommerlichen Abschwünge, die auf die geringere Aktivität der Studenten während der Ferien zurückzuführen waren, von starken Erholungen im Juni und September gefolgt. In diesem Jahr blieben sowohl Juli als auch August unverändert, und im September gab es keine Erholung.
Der britische Markt zeigt sowohl die Chance als auch die Herausforderung. Die wöchentlichen Ausgaben für ChatGPT Plus im Vereinigten Königreich erreichen 5 Millionen Pfund, was Disney Plus übertrifft und ein schnelleres Wachstum als Netflix oder Spotify zeigt. Dennoch bleiben die Gesamtausgaben für die Plattform hinter den etablierten Streaming-Riesen zurück, und die Umwandlungsrate von kostenlosen zu zahlenden Nutzern bleibt hartnäckig niedrig.
Das Flaggschiff-Abonnement von OpenAI, ChatGPT Plus, bietet Zugang zu GPT-4- und GPT-5-Modellen, DALL-E-Bildgenerierung, erweiterte Sprachfunktionen und den GPT-Store. Die Konkurrenten haben die Funktionslücke geschlossen: Google bündelt Gemini Advanced mit 2 TB Cloud-Speicher und enger Integration mit Workspace, während Claude Pro ein größeres Kontextfenster für die Verarbeitung langer Dokumente und komplexe Analysen bietet.
Die europäischen Daten stimmen mit den umfassenderen Trends in der KI-Monetarisierung überein. Obwohl ChatGPT zwischen 2,5 und 2,6 Milliarden Nachrichten täglich verarbeitet, hat sich die Umwandlung der Nutzung in wiederkehrende Einnahmen als schwieriger erwiesen als die Skalierung der Nutzerzahlen. Die Herausforderung geht über Europa hinaus; kürzliche Analysen zeigen, dass die mobile App von ChatGPT auch ein langsames Wachstum der Downloads und der täglichen Nutzung in anderen Regionen erlebt.
Die Ergebnisse der Deutschen Bank deuten darauf hin, dass OpenAI vor einer kritischen Prüfung steht, ob die weitverbreitete Akzeptanz in das notwendige Wachstum der Einnahmen umgesetzt werden kann, um das operative Ausmaß und die Infrastrukturinvestitionen zu unterstützen. Mit dem Wachstum der Ausgaben in Europa, das seit Mitte des Jahres bei oder nahe null liegt, werden die kommenden Monate zeigen, ob dieses Plateau einen temporären Deckel oder eine grundlegendere Einschränkung des AI-Abonnementmodells darstellt.












