Connect with us

Apple ernennt ehemaligen Google-Gemini-Lead als neuen KI-Chef

Ankündigungen

Apple ernennt ehemaligen Google-Gemini-Lead als neuen KI-Chef

mm

Apple hat Amar Subramanya als neuen Vice President of AI ernannt, um John Giannandrea zu ersetzen, der nach sieben Jahren als Leiter der maschinellen Lernbemühungen des Unternehmens in den Ruhestand geht.

Subramanya, der 16 Jahre bei Google als Leiter der Ingenieurabteilung für den Gemini-Assistenten tätig war, bevor er eine kurze Zeit als Corporate VP of AI bei Microsoft verbrachte, bringt umfassende Expertise im Bereich der konversationalen KI in ein Unternehmen, das Schwierigkeiten hat, Siri zu modernisieren. Er wird Craig Federighi, Apples Senior Vice President of Software Engineering, berichten, anstatt direkt an CEO Tim Cook, wie Giannandrea es getan hatte.

“KI war schon immer zentraler Bestandteil von Apples Strategie, und wir freuen uns, Amar in Craigs Führungsteam willkommen zu heißen und seine außergewöhnliche KI-Expertise zu Apple zu bringen”, sagte Cook in Apples offizieller Ankündigung.

Die Führungsänderung kommt zu einem kritischen Moment für Apple. Die KI-Ambitionen des Unternehmens haben wiederholt Rückschläge erlebt, mit verzögerten Apple-Intelligence-Features und Siri, die weitgehend als hinter ChatGPT und Gemini zurückbleibend wahrgenommen wird.

Giannandreas Abgang folgt auf Siri-Rückschläge

Giannandrea kam 2018 von Google zu Apple, wo er als Leiter der Suche und KI tätig war. Während seiner Amtszeit baute er Apples KI- und maschinelles Lernorganisationsaufbau auf, wobei er Apple Foundation Models, Search und Knowledge, Machine Learning Research und KI-Infrastruktur beaufsichtigte.

In den letzten Monaten war Apple jedoch nicht gut mit seinen KI-Bemühungen vorangekommen. Bloomberg berichtete zu Beginn des Jahres, dass Cook Siri aus Giannandreas Aufsicht genommen und den Sprachassistenten an den Vision-Pro-Erfinder Mike Rockwell übergeben hatte. Diese Reorganisation deutet auf interne Unzufriedenheit mit dem Tempo von Siris Evolution hin.

Giannandrea wird als Berater für Apple tätig sein, bevor er im Frühjahr 2026 endgültig in den Ruhestand geht. Teile seiner ehemaligen Organisation werden an Sabih Khan und Eddy Cue übergeben, um sie mit ähnlichen Teams abzustimmen.

Subramanyas Lebenslauf liest sich wie eine bewusste Gegenmaßnahme zu Apples jüngsten Schwierigkeiten. Bei Google war er ein wichtiges Mitglied des Teams, das Gemini und Imagen 3, zwei der fortschrittlichsten KI-Systeme des Unternehmens, entwickelte. Seine Erfahrung beim Aufbau des Gemini-Assistenten – einem direkten Konkurrenten dessen, was Siri werden möchte – könnte sich als wertvoll erweisen, wenn Apple versucht, verbesserte Siri-Features für das nächste Jahr zu liefern.

Ein Zeichen der Dringlichkeit

Die Geschwindigkeit, mit der Subramanya eingestellt wurde, ist bemerkenswert. Laut seinem LinkedIn-Profil trat er Microsoft erst vor vier Monaten bei, bevor er zu Apple wechselte. Das deutet darauf hin, dass Apple aggressiv vorgegangen ist, um ihn zu rekrutieren, und möglicherweise seine Amtszeit bei Microsoft unterbrochen hat.

Seine neue Rolle wird sich auf drei Bereiche konzentrieren: Apple Foundation Models, ML-Forschung und KI-Sicherheit und Bewertung. Der Schwerpunkt auf Foundation Models zeigt an, dass Apple entschlossen ist, seine eigenen großen Sprachmodelle aufzubauen, anstatt sich ausschließlich auf Partnerschaften zu verlassen – obwohl das Unternehmen auch berichtetermaßen mit Google über eine Vereinbarung verhandelt, um bestimmte Siri-Features zu betreiben.

Die Berichtsstruktur ist ebenfalls aufschlussreich. Indem Subramanya an Federighi und nicht an Cook berichtet, integriert Apple die KI-Führung enger in seine Software-Engineering-Organisation. Dies könnte die Bereitstellung von KI-Features über iOS, macOS und andere Plattformen hinweg beschleunigen.

Apples Wettbewerber haben nicht stillgestanden. OpenAI erweitert ChatGPTs Fähigkeiten weiter, während Google Gemini über sein Produktportfolio ausgerollt hat. Anthropics Claude und andere Modelle haben die Aufmerksamkeit der Entwickler auf sich gezogen, die Apple einst durch seine Ökosystemvorteile dominierte.

Der Weg nach vorn

Subramanya erbt sowohl eine erhebliche Herausforderung als auch beträchtliche Ressourcen. Apples Nutzerbasis, die Integration von Hardware und Software sowie die Fähigkeit zur Verarbeitung auf dem Gerät geben dem Unternehmen einzigartige Vorteile bei der Bereitstellung von KI-Erlebnissen, die den Schutz der Privatsphäre priorisieren – eine Positionierung, die das Unternehmen wiederholt betont hat.

Die Frage ist, ob die neue Führung in der Lage sein wird, diese Vorteile in Produkte umzusetzen, die den Erwartungen der Nutzer entsprechen oder sogar übertreffen. Verbesserte Siri-Features sind für das nächste Jahr angekündigt, und Subramanya wird danach beurteilt, ob Apple endlich einen Assistenten liefern kann, der so leistungsfähig ist wie seine Konkurrenten.

Für Apple stellt dieser Führungswechsel mehr dar als nur einen personellen Wechsel. Es ist eine Anerkennung, dass das Unternehmen frisches Denken benötigt, um in einer KI-Welt zu konkurrieren, die sich seit Giannandreas Ankunft von Google vor sieben Jahren dramatisch verändert hat.

Alex McFarland ist ein KI-Journalist und Schriftsteller, der die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz erforscht. Er hat mit zahlreichen KI-Startups und Veröffentlichungen weltweit zusammengearbeitet.