Finanzierung
Andreessen Horowitz benennt a16z Crypto in a16z Frontier um und erweitert den Fonds über den Kryptobereich hinaus

Andreessen Horowitz benennt a16z Crypto in a16z Frontier um und erweitert den Tätigkeitsbereich seines neuen Fonds über Krypto-Start-ups hinaus, wie Managing Partner Chris Dixon am 22. Oktober 2026 in einem Beitrag auf der Website von a16z Frontier bekannt gab. Der Fonds konzentriert sich nun auf sogenannte Frontier-Start-ups, erklärte Dixon. In dem Beitrag werden darunter Unternehmen verstanden, die an Technologien und Märkten arbeiten, deren Entwicklung Jahre dauern kann.
Dixon bezeichnete die Änderung als Erweiterung. Die Firma werde weiterhin in Krypto und damit verbundene Projekte investieren, schrieb er, und sich auch künftig für eine seiner Ansicht nach sinnvolle Regulierung von Kryptowährungen einsetzen. Er werde den Fonds gemeinsam mit den Gründern der Firma, Marc und Ben, sowie den General Partners Eddy Lazzarin und Guy Wuollet leiten. Dem Beitrag zufolge werden die operativen Teams der Firma weiterhin mit bestehenden und künftigen Portfoliounternehmen zu Regulierung, Markteinführung, Personalgewinnung, Marketing sowie technischer Forschung und Entwicklung zusammenarbeiten.
Vom Crypto Fund von 2018 zu Fund 5
Andreessen Horowitz legte a16z crypto am 25. Juni 2018 auf und beschrieb den Fonds als Venture-Capital-Fonds mit einem Volumen von 350 Millionen US-Dollar, der in Krypto-Unternehmen und -Protokolle investieren sollte. In der Ankündigung hieß es, der Fonds sei darauf ausgelegt, Investitionen länger als zehn Jahre zu halten und unabhängig von den Marktbedingungen kontinuierlich weiter zu investieren. Er sollte Projekte in jeder Entwicklungsphase unterstützen – von Vorhaben in der Seed-Phase, die noch nicht gestartet waren, bis hin zu etablierten Netzwerken wie Bitcoin und Ethereum. Demnach konnte der Fonds neben direkten Käufen von Coins und Token auch traditionelle Finanzierungsinstrumente wie Eigenkapital und Wandelanleihen einsetzen. Portfoliounternehmen sollten Zugang zu denselben operativen Teams mit mehr als 80 Mitarbeitenden erhalten wie die übrigen Beteiligungen der Firma, und der Fonds sollte sich auf nicht spekulative Anwendungsfälle konzentrieren.
Am 5. Mai 2026 kündigte das Team Crypto Fund 5 an, einen Fonds mit einem Volumen von 2,2 Milliarden US-Dollar, der Gründer unterstützt, die nach eigener Beschreibung neue Infrastrukturen in Produkte verwandeln, die Menschen täglich nutzen. Der Beitrag zu Fund 5 wurde von Dixon gemeinsam mit Ali Yahya, Guy Wuollet und Eddy Lazzarin verfasst, die darin alle drei als General Partners bei a16z crypto bezeichnet werden. Er verwies auf die Nutzung von Stablecoins, die seinen Angaben zufolge auch während Marktabschwüngen weiter zugenommen hatte, und nannte den GENIUS Act als Beispiel für eine seiner Ansicht nach durchdachte Regulierung: klare Definitionen, starke Schutzvorkehrungen und genügend Freiraum für Entwickler.
In der Ankündigung vom Oktober schrieb Dixon, dass er langfristige Investitionen zu einem Schwerpunkt gemacht habe, nachdem er 2013 zur Firma gekommen war. Ein Schwerpunkt waren neue Computergeräte: Smartphones hätten Kameras, Sensoren und Chips leistungsfähiger und günstiger gemacht und so Produkte wie Drohnen, AR- und VR-Headsets sowie Wearables ermöglicht. Dieses Thema habe zu Investitionen in Oculus und die Drohnen-Start-ups Skydio und Zipline geführt, schrieb er. Der andere Schwerpunkt war Krypto, das er als eine auf sozialen Medien und der Open-Source-Bewegung aufbauende Welle betrachtete. Diese habe die Investition der Firma in Coinbase, die Gründung ihrer Kryptofonds und spätere Investitionen in Projekte wie Solana und Uniswap geprägt.
Zur Erläuterung des neuen Namens schrieb Dixon, Krypto sei eine eigene Welt gewesen, als die Firma mit ihren Investitionen begann. Die zunehmende Nutzung von Blockchains habe die Grenzen jedoch verwischt: Inzwischen brächten Wall-Street- und Fintech-Unternehmen regelmäßig Produkte auf den Markt, die auf Blockchains basieren. „Die Bezeichnung ist heute weniger wichtig“, schrieb er und fügte hinzu, es sei sinnvoller, Unternehmen danach zu definieren, was sie tun, als nach den Technologien, die sie einsetzen.
Die Frontier-These
Dixon schrieb, die Branche befinde sich mitten in einer weiteren großen Technologiewelle, deren Zentrum die KI bilde. Der Ausbau von KI-Modellen und -Infrastruktur werde zwar weitergehen, doch sei die Technologie bereits weit genug entwickelt, um eine neue Generation von Produkten und Dienstleistungen zu ermöglichen. Besonders interessiert sei die Firma an den Produkten und Märkten, die durch diese Fortschritte entstehen würden – auch an solchen, die sich nicht in bestehende Kategorien einordnen lassen.
Am wichtigsten seien dabei laut Dixon native Anwendungsfälle: Tätigkeiten, die zuvor nicht möglich waren. Frühe Anwendungen einer neuen Technologie verbesserten meist bestehende Tätigkeiten, schrieb er. Bislang habe KI vor allem bestehende Arbeiten wie Programmierung und andere wissensbasierte Aufgaben hinsichtlich Geschwindigkeit, Qualität und Kosten verbessert. Viele frühe Experimente mit nativen Anwendungsfällen würden eher wie Vergnügungen als wie ernsthafte Produkte wirken, schrieb er, doch einige davon würden sich zu Mainstream-Produkten entwickeln. Erkennen lasse sich der Unterschied an ihrem möglichen Verbesserungstempo – daran, ob sich ein zunächst geringfügiges Wachstum in eine exponentielle Kurve überführen lasse.
Geräte, Netzwerke und Blockchains
Dixon rechnet mit einer Vielzahl neuer Geräte, darunter autonome Maschinen, die ihre Umgebung wahrnehmen, Schlussfolgerungen ziehen und physisch handeln können, sowie weitere Geräte, die auf Fortschritten in Biologie und Medizin beruhen. Außerdem erwartet er mehr Start-ups, die Software, Hardware und Dienstleistungen in einem Unternehmen vereinen. Mit der zunehmenden Autonomie von KI-Agenten könne sich auch die Vorstellung davon verändern, was es bedeutet, Gründer zu sein, schrieb er.
KI werde auch neue Arten von Netzwerken hervorbringen, schrieb er: Netzwerke, die Menschen mit intelligenten Agenten verbinden, die lernen, sich abstimmen, Inhalte erstellen und Transaktionen durchführen können. Da die heute genutzten großen Netzwerke für Menschen entwickelt worden seien, würden maschinengerechte Netzwerke ganz anders aussehen. Viele würden zunächst als Werkzeuge für einzelne Nutzer beginnen und sich zu Netzwerken für viele entwickeln. Das Potenzial dieser Netzwerke des Maschinenzeitalters sei, wie er es nannte, enorm und bislang kaum erforscht.
Blockchains werden bei diesem Wandel eine wichtige Rolle spielen, schrieb Dixon. Kryptowährungen haben programmierbare Zahlungswege ins Internet gebracht, über die sich Geld überall auf der Welt schnell und kostengünstig bewegen lässt, erklärte er. Stablecoins entwickeln sich rasch zu einem Standardinstrument für Fintech-Unternehmen und etablierte Institutionen. Da Blockchains programmierbar sind, können auf ihnen sowohl zentralisierte als auch dezentralisierte Finanzdienstleistungen aufgebaut werden, schrieb er. Zudem können Kryptowährungen neuen Netzwerken native wirtschaftliche Funktionen verleihen, Transaktionen zwischen Maschinen ermöglichen und neuen Netzwerken dabei helfen, sich selbst zu etablieren.
„Das sind Beispiele, keine Grenzen“, schrieb Dixon. Nur wenige hätten vorhergesagt, welche Unternehmen frühere Wellen prägen würden, und die Firma rechne damit, dass Gründer sie überraschen werden. Die Firma glaube, dass einige der wichtigsten Technologiewellen noch bevorstehen, sagte er. Gründer, die an dem arbeiten, was ihrer Meinung nach als Nächstes kommt, lud er ein, sich zu melden.












